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Reflex-Verlag Thema: Nachhaltigkeit

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Nachhaltigkeit

 

Umwelt und Klima sind aus der täglichen Diskussion nicht mehr wegzudenken. Nachaltig wirtschaften und leben gehört in der Regel zum täglichen Programm. Wir sagen in den Supplements, wie das am besten funktioniert - effizient und ideologiefrei, aber mit deutlicher Stellungnahme.

"Holz ist ein einsilbiges Wort, aber dahinter verbirgt sich eine Welt der Märchen und Wunder" 
Theodor Heuß, Politiker (1884 –1963)

 

Artikel aus Ausgabe 12/2015

Der Wald

Medienpartner: Handelsblatt

Die Mischung macht's

Der deutsche Wald ist gefährdet, sein Gesundheitszustand ist zerbrechlich. Zu schaffen macht ihm heute vor allem der Klimawandel. Denn schon ein geringer Temperaturanstieg bringt das zarte Gleichgewicht ins Wanken. Helfen kann da die Mischung verschiedener Baumarten.

Rund ein Drittel der Bäume in deutschen Laub- und Nadelwäldern galt im vergangenen Jahr nach Angaben der Waldzustandserhebung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (bmel) als gesund. 41 Prozent der Bäume wiesen leichte, 26 Prozent gar schwere Schäden auf. „Seit Beginn der Erhebungen im Jahre 1984 hat sich der Zustand der Nadelbäume leicht verbessert, jener der Laubbäume aber deutlich verschlechtert“, schreiben die Prüfer des Ministeriums in ihrem Bericht. 

Wald als Klimaschützer

Vor allem das Klima macht dem Wald heute zu schaffen. Laut einer Prognose des Weltklimarats muss sich Deutschland bis zum Ende des Jahrhunderts auf eine Erwärmung von 3,5 bis 4,5 Grad im Vergleich zu den Jahren 1971 und 2000 einstellen. Solche Veränderungen bleiben für die Wälder jedoch nicht ohne Folgen. Denn Bäume können sich an veränderte Umweltbedingungen nicht so schnell anpassen wie viele andere Lebewesen, sie wachsen und entwicklen sich nur langsam. 

Neben Dürreperioden und Waldbränden bedrohen vor allem Schädlinge die hiesigen Wälder. So befürchten Experten eine Zunahme der Borkenkäfer sowie der Nachtfalter, deren Raupen vor allem Nadelbäume kahl fressen. Der Grund: Bei höheren Temperaturen vermehren sich die Insekten stärker. Außerdem wandern neue Schädlinge ein, wie der Eichenprozessionsspinner, der aus Südeuropa gekommen ist und jede trocken-warme Periode nutzt, um sich weiter auszubreiten.

Die Wälder reagieren jedoch nicht nur besonders sensibel auf den Klimawandel, sie sind gleichzeitig wichtige Klimaschützer. „In lebenden Bäumen und im Tot-
holz sind derzeit 1.169 Millionen Tonnen Kohlenstoff gebunden“, erklären die Experten des bmel. Zudem schlummern in dem Mineralboden und in heruntergefallenen Blättern, Zweigen, Ästen oder Rinden weitere 850 Millionen Tonnen Kohlenstoff. 

Holz speichert CO₂

Auch weisen die Experten des bmel auf die Vorzüge aufgrund der Speicherung von Kohlestoff in langlebigen Holzprodukten hin. „Jeder Kubikmeter Holz enthält etwa 0,3 Tonnen Kohlenstoff, der in Produkten wie Gebäuden oder Möbeln jahrzehntelang gebunden ist“, heißt es in der Studie weiter. Wird Holz durch energieintensive Materialien ersetzt, werden Treibhausgasemissionen, die bei der Produktion anderer Materialien
entstehen, eingespart. Und auch die energetische Verwendung von Holz – zum Beispiel in Form von Pellets – hilft, Öl und Gas einzusparen.

Mischwald schützt

Helfen kann dem Wald vor allem der Umstieg von der Mono- hin zur Mischkultur – sie verringert das Risiko für alle Bäume. Denn als großer Verlierer des Klimawandels gilt die Fichte, die schlecht mit Trockenheit zurechtkommt, gegen zahlreiche Schädlinge kämpft und aufgrund ihrer flachen Wurzeln anfällig für Sturmschäden ist. Besser stehen dagegen Kiefern und Eichen da, die nicht nur gut mit Trockenheit umgehen können, sondern der Fichte auch den nötigen Halt geben. Über die Art der Mischung streiten die Experten aber noch: Einige Forstwissenschaftler wollen fremde Baumarten in Deutschland ansiedeln, andere vertrauen auf den naturnahen Wald.

Von Katharina Lehmann

Artikel aus Ausgabe 05/2015

Verpackung der Zukunft

Medienpartner: Handelsblatt

Im Wandel

Individualisierung und Nachhaltigkeit, Convenience, Multisensorik und demografischer Wandel – die Anforderungen durch Hersteller und Konsumenten spornen die Verpackungsindustrie zu immer neuen Innovationen an. Ein Überblick.

Besser, leichter, nachhaltiger – Verpackungen werden laufend besser. So entwickelte beispielsweise ein Getränkehersteller einen flexiblen Klebstoff aus herkömmlichen Rohstoffen: Über mehrere Punkte verbindet der Klebstoff nun pet-Flaschen und Dosen mit Getränkeinhalt zu Multipacks. Verbraucher lösen die Produkte voneinander, indem sie den Klebstoff einfach abdrehen. Verpackungsmüll entfällt. Zudem werden die Flaschen erstmals rundum bedruckt, Etikettierungen gibt es nicht mehr; dazu ist die Gestaltung individualisierbar. Dieses neue Produkt gilt als ein Coup und erhält 2014 den Deutschen Verpackungspreis. Ebenfalls prämiert wurde ein Unternehmen, das reine Fruchtsäfte herstellt ohne Farbstoffe oder andere Zusätze. Entsprechend präsentiert sich das Produkt in schlichtem Design in hochwertiger Verarbeitung. Nach Gebrauch gibt es die Option des Upcycling: Ein Gießer und ein Streuer können statt des Verschlusses auf die Flasche angebracht werden für den weiteren Gebrauch.

Faltboxen und Stülpdeckel

Innovationen entstehen allenthalben: Standbeutel etwa verpacken flüssige Ware sicher und luftdicht, sie haben verschlucksichere Deckel für Babynahrung oder können sich selbst erhitzen für die Suppe unterwegs. Durchsichtige Faltboxen, Hüllen oder Stülpdeckel bieten Schutz und Sichtbarkeit in einem, Farben und Formen geben ihnen schier grenzenlose Möglichkeiten.  Die Beispiele sind Folgen der Trends auf dem Verpackungsmarkt: Individualisierung auf der einen und Nachhaltigkeit auf der anderen Seite, Markendifferenzierung und Multisensorik, dazu Convenience, welche Verbrauchern das Leben und die Handhabung leichter machen sollen. Ebenfalls im Trend ist die Anpassung der Branche an den demografischen Wandel: 2040 wird rund ein Drittel aller Verpackungen in Deutschland von Senioren gekauft; bessere Lesbarkeit, größere Öffnungslaschen und praktischere Handhabung sind nötig. Auch Schutz vor Produktpiraterie wird sich weiter entwickeln müssen.

Augmented Reality

Dazu kommen die Möglichkeiten neuer Technologien: Das Shelf Ready Packaging hilft beispielsweise dabei, den Weg von der Produktion bis zum Kunden zu verbessern, indem ein Produkt schrittweise leichter zu identifizieren, zu öffnen, zu räumen, zu verkaufen und zu entsorgen ist. Das Promotion Tracking wiederum ermöglicht die Verfolgung und Steuerung von Promotion-Displays entlang der gesamten Lieferkette. Die Augmented Reality (AR) funktioniert wie ein menschliches Auge und arbeitet mit Bilderkennungssoftware: Der Nutzer hält sein Smartphone an einen optischen Auslöser, der den zugehörigen Inhalt wiedergibt. Zum Beispiel kann die Einstellung auf eine Verpackung auf dem Display sichtbar machen, wie das Produkt fertig aussieht. Noch ist ar Zukunftsmusik. Doch die Zukunft wird häufig schneller Gegenwart, als wir glauben. 

Von Alexandra Grossmann

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