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Reflex-Verlag Thema: Lifestyle

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Lifestyle

 
 

Artikel aus Ausgabe 12/2015

Der perfekte Gentleman

Medienpartner: Die Welt

Vollbart und Muskeln in edlem Zwirn

Es muss nicht Samt und Seide sein: Der Gentleman von heute geht mit der Zeit und zeigt sich maskulin und kantig. Sein Vorbild ist Daniel Craig, der als James Bond der Moderne den britischen Vorzeige-Mann in die Gegenwart holt.

Längst ist der Gentleman nicht mehr nur ein feiner, kultivierter und der Welt ein wenig entfremdeter Schöngeist – dass er auch zugleich ein echter Kerl sein kann, zeigt Daniel Craig als James Bond im neuen Film „Spectre“. Der Brite rettet darin die Welt vor Bösewichten und fiesen Gangstern nicht nur im Anzug, sondern auch in Rollkragenpulli und Daunenjacke. Dabei kommt es natürlich nicht eigentlich auf die Kleidung, sondern auf die innere Haltung an: Bond als Verkörperung des modernen Gentleman ist zugleich durchsetzungsstark, charakterfest und charmant. Selbstredend bekommt er jede Frau ins Bett, auch die Schönste. Dabei sitzt das Jackett auch nach dem Nahkampf so perfekt wie die Sonnenbrille. Männer wie Bond sprechen nie über Stil – sie haben ihn. Und sie pflegen ihn. Ruhig ein bisschen kantig Der Gentleman ist wieder in Mode gekommen, selbst Dating-Portale werben mit dem gut aussehenden Mann, der nicht nur seine Werte pflegt, sondern auch sein Äußeres. Auch der Herren-Mode-Blog SNBTP, das Männermagazin für den modernen Gentleman, stellt fest, dass die Kombination deutscher Mann und Stil zwar noch selten sei, doch: „dieser Status ist im Wandel.“ Dabei darf es ruhig auch ein bisschen kantig sein, um nicht zu sagen: kerlig. Reggea-Musiker Tilmann Otto, bekannt unter dem Künstlernamen „Gentleman“ zum Beispiel, spaziert in seinen Videos mit Bart, Lederjacke und Jeans durch eine Berliner U-Bahn-Station oder tanzt im klassischen Feinripp-Unterhemd und Schirmmütze aus Tweed. Variationen in Bart Die kantige Variante des Gentleman braucht einige Requisiten, sozusagen eine Grundausstattung. Dazu zählen neben Frisur, Tattoo und der Wahl des richtigen Schuhs heute auch der Vollbart: in Mode- und Männermagazinen finden sich ganze Reihen von verschiedenen Styles und Pflegeanleitungen. Je nach Typ und Gesicht empfiehlt sich hier vielleicht der einfache Vollbart, eine Art verlängerter Drei-Tage-Bart, der nichts weiter braucht als regelmäßiges Trimmen und Pflegen. Anders der Hollywoodian für Männer mit einem runden oder fülligen Gesicht: Dieser Bart wächst länger am Kinn, während die Wangen ausrasiert sind. Seltener, aber in gepflegter Variante nicht weniger cool, ist der Ducktail. „Junge Männer entscheiden sich für einen Vollbart, um erwachsener zu wirken, alte Männer tragen einen Vollbart, um würdevoller auszusehen“, heißt es bei Blackbeards, dem Blog für Bärte: „Trendige Männer aber tragen einen Ducktail.“ Er ist ein kurzer Vollbart, der nur am Kinn spitz zuläuft, so dass er ein wenig an einen Entenschwanz erinnert. Vorbild James Bond Daniel Craig kommt ohne Bart aus, ist aber ansonsten Gentleman durch und durch. Wer sich unsicher ist über guten oder schlechten Stil, der kombiniere die Suche nach Antworten mit der Vorliebe für Actionfilme und gehe ins nächste Kino. Dort zeigt James Bond nicht nur, wie ein Gentleman die Welt rettet, sondern auch, was er dabei trägt.

Von Alexandra Grossmann

Artikel aus 12/2014

Kaffeeland Deutschland

Medienpartner: Handelsblatt

Vom Wunderstrauch zum Volksgetränk

Sinnlicher Duft, unverwechselbares Aroma, einzigartiger Geschmack – Kaffeezeit ist Genusszeit. Die Deutschen trinken gerne und viel Kaffee. Doch kaum einer von ihnen macht sich dabei Gedanken, woher der schwarze Muntermacher in seiner Tasse kommt. Dabei lohnt sich ein Blick hinter die Kulissen der kleinen Bohne.

Dass wir uns heute ganz selbstverständlich dem Genuss von Kaffee hingeben können, haben wir einem Zufall zu verdanken. Denn die stimulierende Wirkung des „Schwarzen Goldes" auf den menschlichen Geist wurde genauso zufällig entdeckt wie die heilsamen Eigenschaften des Tees –allerdings mehr als 1.000 Jahre später. Ort des Geschehens: das äthiopische Hochland, das noch heute als Wiege des Kaffees gilt. Der Legende nach wunderte sich ein Hirte in Abessinien, dem heutigen Äthiopien, über seine Ziegen, die selbst im Dunkeln der Nacht nicht zur Ruhe kommen wollten. In einem nahegelegenen Kloster suchte der Ratlose nach Antworten. Die Geistlichen losten das Rätsel: Die Herde verspeiste mit großer Vorliebe die kirschenartigen Fruchte einer merkwürdigen Pflanze – dem Kaffeestrauch. Fortan bereiteten sich die Mönche einen belebenden Aufguss aus den Fruchten zu.

Eine Bohne auf Reisen

Vom athiopischen Hochland aus trat die schwarze Bohne ihren weltweiten Siegeszug an. Kaffeepflanzen gelangten uber das Rote Meer nach Arabien. Bis 1720 war die Hafenstadt Mokka Zentrum des weltweiten Kaffeehandels. Das schwarze Elixier blieb lange Zeit ein sundhaft teures Gut, das sich nur der Adel leisten konnte. Kein Wunder, dass die Araber die Kaffeepflanzen wie ein Staatsgeheimnis huteten. Dies gelang ihnen bis zu Beginn des 17. Jahrhunderts, als namlich furchtlose Handler aus Holland es wagten, Kaffeesamen nach Europa zu schmuggeln. Das Ende des arabischen Monopols und der Beginn von Kaffeeanbau in den von den Kolonialmachten besetzten Landern wie Kolumbien oder Kenia. Was im Jahr 850 mit einer mysteriosen Pflanze begann, ist heute – nach Wasser – das popularste Getrank weltweit.

Willkommen im Kaffeeland

In Deutschland fuhrt Kaffee sogar die Top Ten der beliebtesten Drinks an: Im Durchschnitt trank 2013 jeder Bundesburger 165 Liter pro Jahr. Damit verweist der Kaffee Wasser mit 140 Liter und Bier mit 107 Liter auf die dahinter liegenden Platze. Jährlich werden über eine Millionen Tonnen Rohkaffee importiert. Deutschland ist der drittgrößte Kaffeemarkt der Welt, nur in den USA und Brasilien liegen die Verkaufszahlen hoher. Fakt ist: Kaffee ist heute definitiv ein „Volksgetränk", das sich zum Gluck jeder leisten kann. „in guter Kaffee muss schwarz wie die Nacht, süß wie die Liebe und heiß wie die Holle sein", so die einfache Formel für wahren Genuss laut italienischem Sprichwort. Doch damit gibt sich der gemeine Kaffeetrinker von heute nur selten zufrieden. Und wer immer noch der Überzeugung ist, Kaffee sei gleich Kaffee, der irrt sich gewaltig. Wenn es um Kaffee geht, haben wir eher die Qual der Wahl. Was darf es heute sein? Ein Espresso als kleiner Frischekick am Morgen, ein Latte macchiato mit viel aufgeschäumter Milch oder doch lieber ein „Retro-Kaffee" aus der Filterkaffeemaschine mit einem Schuss Kondensmilch? Vielleicht ein raffiniertes Kaffeegewürz hinzu? Filterkaffee bevorzugt Ob gemahlen oder als ganze Bohne, ob aus dem großen Discounter oder der kleinen Rösterei – immer mehr Kaffeesorten erobern die Verkaufsregale. Der größte Teil des Röstkaffees wird im Lebensmitteleinzelhandel erworben. Dazu gehören die Segmente „Ganze Bohne", Einzelportionen sowie klassischer Röstkaffee. Apropos Einzelportionen: Vor allem der Absatz von Kapseln konnte im vergangenen Jahr deutlich gesteigert werden. „Viele Konsumenten mochten ihren Kaffee schnell, einfach und portionsgerecht zubereiten, daher halt der große Wachstumstrend bei Pad- und Kapselsystemen weiter an", sagt Holger Preibisch, Hauptgeschaftsfuhrer des Deutschen Kaffeeverbands. Die beliebtesten Zubereitungsarten der Deutschen sind allerdings der klassische Filterkaffee sowie die frische Zubereitung mit ganzen Bohnen. Soweit die schone Seite des „Kaffee-Lebens".

Ungetrübter Genuss?

Die Schattenseite des Kaffeekonsums zeigt sich mit einem Blick auf die Klimabilanz: Laut dem Tchibo „Kaffeereport 2014" ist eine durchschnittliche Tasse Kaffee verantwortlich für 59 Gramm CO2. Pro Sekunde trinken allein wir Deutschen 2.315 Tassen Kaffee. Den Löwenanteil des Klimakillers macht dabei die Verarbeitung aus. Schuld ist insbesondere der Einsatz von Düngern, Unkraut- und Schadlingsbekampfungsmitteln beim Anbau. Handeln tut Not. Auch wenn sich schon zahlreiche Unternehmen seit Jahren für Nachhaltigkeit im Kaffeesektor engagieren, der Konsument muss mit an Bord des Schiffs namens Verantwortung kommen. Die gute Nachricht: Kaffee fuhrt mit 11.000 Tonnen, das entspricht einem Plus von 20 Prozent, weiterhin die Top Ten der beliebtesten fair gehandelten Produkte an. Das Interesse an Kaffee, der ökologischen Anbau, fairen Handel entlang der gesamten Lieferkette und angemessene Arbeitsbedingungen auf den Plantagen vereint, ist hierzulande durchaus vorhanden. Rund 56 Prozent der Deutschen mochten ihren Kaffee nachhaltig genießen, so ein weiteres Ergebnis aus der Kaffeereport-Umfrage. Allerdings lag der Marktanteil von nachhaltigen Kaffees, die ein Zertifikat oder Siegel tragen (einschließlich Bio-Kaffees), im Jahr 2013 bei gerade einmal vier Prozent. „Trotz immer breiterer Angebote greift der Konsument aus Preisgrunden eher zum konventionellen Kaffee. So bleibt zertifizierter Kaffee eine Nische, birgt aber weiterhin großes Wachstumspotenzial“, so Holger Preibisch.

Von Wiebke Toebelmann

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