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Reflex-Verlag Thema: Finanzen

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Finanzen

 

Geld ist nicht alles. Aber ohne Kapital bleiben viele gute Vorhaben in der Schublade liegen. Wie man es sichern und vermehren und – beispielsweise – für generationenübergreifende Projekte nutzen kann, ist eine Kunst für sich. Lohnende Investments und verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen bilden den Kern der vorzustellenden Alternativen.

 

Artikel aus Ausgabe 12/2015

Null Prozent - Wohin mit dem Geld?

Medienpartner: Focus

Lust auf mehr Prozente

Einfach investieren und sparen war gestern. Heute ist intelligentes Agieren notwendig, um der Niedrigzinsfalle zu entfliehen. Auf der Suche nach Investments gibt es aktuell eine Reihe neuer, aber auch bewährter und weiterentwickelter Vehikel, die Renditen jenseits von drei Prozent bieten.

Wann kommt sie, die Zinswende? Sah es im Herbst 2015 fast danach aus, dass die amerikanische Notenbank Fed die Zinsen erhöht, sind die Chancen seither eher wieder gesunken. Aktuelle politische und ökonomische Ereignisse wie sinkendes Wirtschaftswachstum, Terrorismus und kriegerische Konfrontationen stehen im Wege.

Jenseits des Atlantiks wird irgendwann demnächst die Entscheidung fallen, denn von dort gehen die Signale in den Rest der Welt. Vielleicht ist der Moment der Wende 2016 gekommen! Bis dato bleibt die Frage aktuell: Wohin mit dem Geld von Investoren und Sparern? Festverzinsliche Papiere, die in der Regel die höchste Sicherheitsstufe bieten, bleiben weiter unattraktiv mit einer Brutto-Verzinsung zwischen null und zwei Prozent.

Diversifikation und Sicherheit in einem Topf

Die Suche im Anlageuniversum ist ob der zig Möglichkeiten ein spannender Prozess. Nur: Ergebnisse, die die Diversifikation eines MSCI und die Sicherheit eines zehnjährigen Papiers mit dem Bundesadler versprechen, sind nicht dabei. Die Aufgabe für Anleger lautet daher: Mit einer möglichst breiten Streuung des Investments und einer Mischung aus dynamischen Anteilen und verschiedener Anlagestile ein Portfolio zusammenzustellen.

Was liegt für deutsche Anleger und Investoren näher, als in börsennotierte deutsche Unternehmen und Familienunternehmen anzulegen? Die Aktienkurse beispielsweise sind in den vergangenen Jahren ordentlich gestiegen. Anleger, die in reine Aktienfonds investierten, haben ihren Einsatz nicht selten prozentual zweistellig vermehrt. Als Bezugsgröße sei hier der DAX 30 angeführt.

Strategie-Berater und Kenner der Unternehmenslandschaft Professor Arnold Weissman rät zur richtigen Auswahl, vor allem wenn es um Firmen im Mittelstand geht: „Investieren sollte man nur in Branchen, von denen zumindest einer der Investoren wirklich etwas versteht! In den meisten Fällen sind Beteiligungen dieser Art „stupid money“, also reines Investment ohne tiefergehende Markt- und Branchenexpertise. Wenn man es sich zur Regel machen wird, nur dort zu investieren, wo man zumindest einen der Co-Investoren als Kompetenzträger nutzen kann, der dort auch im Board als Begleiter und Stratege die Investition in „smart money“ verwandeln würde, wäre dies für alle Beteiligten von entscheidenden Vorteil!“ Institutionelle Investoren, Privatbanken und Family Offices verfügen über diese Kontakte und holen im Auftrage der Kunden Informationen ein, die ein Investment untermauern.

Ideenreichtum der Banken sorgt für neue Impulse

Über Kreativität in den Versuchsküchen von Investmenthäusern und Banken können indes Anleger nicht klagen. Eigentlich werden alle verfügbaren Zutaten für die Menüs eingesetzt. Hier noch eine Prise Investmentstyle, dazu eine Sättigungsbeilage aus dem Topf Absolut Return, etwas verschärft mit alternativem Derivate-Chilli, dort noch ein paar Assetvariationen vom Grill, ein Klacks Aktiencreme auf die Sandelholzspäne, etwas Palmölsalat und als Sweeties kandierte Sachwertpralinen.

Die Kreationen sind vielfältig und bieten für jeden etwas. Anleger, die sich wohl fühlen mit Multi-Asset-Strategien sind darauf bedacht, Verluste zu vermeiden, ohne ganz auf Rendite verzichten zu wollen. Absolut-Return-Strategien sollen einmal mehr versuchen, die Quadratur des Kreises umzusetzen, investieren, sichern ab, investieren, sichern ab und so weiter. Sie versprechen den Erhalt des eingesetzten Kapitals und eine Rendite dazu. Keine Zauberei sagen die Fonds-Spezialisten, und manchen Fondsmanagern gelingt tatsächlich diese akrobatische Darbietung.

Sachliche Investitionen mit Zusatznutzen

Nicht kleiner und unbunter sind die Möglichkeiten von Investments in Sachwerte. Im Vergleich zu den zehnjährigen Bundesanleihen fehlt ihnen zwar ebenfalls das Sicherheitsgen: Ob Anleger ihren Einsatz zurückbekommen, ist nicht verbrieft. Als Ausgleich dafür spenden die Investoren in der Regel feine Renditen. Mehr noch, sie verzücken in Form von schöner Kunst und lustvollem Gebrauch, zum Beispiel als seltene Uhren und Oldtimerraritäten.

Gäbe es zurzeit eine Währung für Investments, hieße sie Immobilie. Kein Sachwert wird aktuell so intensiv gehandelt und diskutiert, wie Wohnungen, Häuser, Büros und Werkstätten. Vor allem die vier Wände in den europäischen Metropolen werden gesucht, gekauft und verkauft. Die Preise in Innenstadtlagen explodieren, Preisblasen nicht ausgeschlossen. Wer ein Wohnhaus erwirbt, muss erst einmal eine Menge Bürokratie und zusätzliche Kosten auf sich nehmen. Vielleicht auch investieren und umgestalten. Ist diese Phase vorbei, kann sich der Eigentümer eines kontinuierlichen Cashflows erfreuen. Dieser Effekt ist genau das, was eine gute Altersversorgung ausmacht: Eine Income-Strategie, die von vielen Pensionsfonds geschätzt wird. Altersvorsorge ist aktuell ein immer brennenderes Thema. Denn klar ist: Weder die betriebliche Versorgung, schon gar nicht die gesetzliche Rentenversicherung können garantieren, dass im Alter, also nach der Berufstätigkeit, genügend Geld für das tägliche Dasein, geschweige denn für ein komfortables Leben, übrig ist. Weder Riester noch Rürup-Modelle haben bisher überzeugt. Vor allem im Bewusstsein der Bürger ist nicht angekommen, dass privat hinzu gespart werden müsste, um eine Versorgung im Alter zu gewährleisten. In diesem Kontext führt kein Weg an Wertpapieren vorbei. Eine Botschaft in Zeiten niedriger Zinsen lautet: Die langfristige Anlage in Wertpapiere lohnt sich. Ein Großteil des Geldes bunkern die Deutschen nach wie vor auf Bankkonten, in Festgeld oder sonstigen Festzinsanlagen. Diese werfen oft keine Rendite mehr ab. Bei kurzen Laufzeiten sind die Effektivverzinsungen teilweise negativ. Andrerseits bieten breit gestreute Wertpapierdepots langfristig stabile Erträge. Die Ergebnisse der Fondsbranche in den vergangenen zwei Jahrzehnten unterstreichen diese Aussage und ihre Eignung für die Altersvorsorge. Trotz der Einbrüche zur Jahrtausendwende, Stichwort Internetblase, und der Finanzkrise vor sieben Jahren, erzielten beispielsweise deutsche Aktienfonds Anlegern durchschnittlich einen jährlichen Ertrag von 7,5 Prozent. Anleger, die in Fonds mit Anleihen investierten, kommen auf eine Jahresrendite von 4,4 Prozent. Eine Menge „smart money“, wenn Anleger später im Ruhestand von einer Rente oder Pension leben und auf dieses finanzielle Ruhepolster bauen können.

Von Karl-Heinz Möller

Artikel aus Ausgabe 07/2015

Null Prozent - Wohin mit dem Geld?

Medienpartner: Frankfurter Allgemeine Zeitung

Aus jedem Topf das Beste greifen

Eine Mischung aus mehreren Segmenten ist wegen der Verteilung des Risikos ein kluger Ansatz für das Anlegen von Geld. So einfach wie eine solche Strategie klingt, ist sie in der Regel nicht. Vielfältig sind die Auswahlmöglichkeiten und Aspekte, und die Marktinformationen zeichnen sich aus durch hohe Intransparenz. Im richtigen Mix steckt dagegen das Erfolgsgeheimnis.

Es ist wie im Sterne-Restaurant: Die Zusammenstellung und Qualität der Zutaten bilden die Basis für das Gourmetmenü. Aus der perfekten Kombination aller Elemente, dem richtigen Timing und des raffinierten Abschmeckens gelingt dem Spitzenkoch das Gaumenerlebnis. Die Zutaten für ein gutes Multi-Asset-Rezept könnten sein: Liquidität, Aktien, Renten, Immobilien, Rohstoffe, Währungen und Alternative Investments wie Hedgefonds oder Private-Equity-Fonds. Nach der alten Börsenweisheit „Lege nie alle Eier in einen Korb!“ wird in den verschiedenen Segmenten ausgewählt . Dabei geht es nicht alleine darum, Risiken clever zu streuen. Wie wissenschaftliche Studien zeigen, erhöht eine strategisch gewichtete Auswahl die Wahrscheinlichkeit, höhere Renditen zu erzielen.

Zeitpunkt und Gewichtung in eine Balance bringen

Wer mehrere Anlagen in einem Portfolio vereint, kann auch das Verhältnis von Rendite und Risiko nachhaltig verbessern. In der Realität stehen Anleger dabei vor zwei großen Problemen: Wann ist der den optimale Zeitpunkt und welche Gewichtung soll der richtigen Anlageklasse zugeteilt werden. Darüber hinaus ist der Markt der Finanzdienstleistungen für den Investor auf Grund der Vielzahl angebotener Produkte nicht oder nur sehr schwer überschaubar. Abhilfe schafft hier eine gemanagte Multi-Asset-Strategie. Professionell umgesetzt beispielsweise in einem der zahlreichen Multi-Asset-Fonds.

Investmentprozesse müssen unabhängig und klar definiert sein

Bei einer Multi-Asset-Strategie legt das Management im Rahmen eines definierten und unabhängigen Investmentprozesses fest, wie das Fondsvermögen allokiert, also auf verschiedene Anlageklassen aufgeteilt wird. Diversifikation lautet eine der Grundregeln. Abhängig von der jeweiligen Marktlage wird Vermögen auf verschiedene Anlageklassen mit unterschiedlichen Gewichtungen verteilt. Die bevorzugte Mischung bei Multi-Asset-Strategien ist oft abhängig von der persönlichen Einstellung und Erfahrung. Wie Forschungen des Anlegerverhaltens (Behavioral-Finance) lehren, wiegen bei privaten Anlegern Verluste deutlich schwerer als Erträge. Wer böse Überraschungen an der Börse erlebt hat, zögert in der Regel mit einem Wiedereinstieg. Fest steht allerdings: Keine Aktien im Depot bedeutet Verzicht auf Dynamik! Bei einem Zinssatz für Staatsanleihen von um die Null-Prozent muss die Börse für Performance sorgen.

von Paul Trebol