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Reflex-Verlag Ausgabe 2013/09

Nachhaltig Wirtschaften

Eine Publikation des Reflex Verlages zum Thema Nachhaltig Wirtschaften

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Inhaltsindex
  • 4
    Ohne Frage nachhaltig

    Nachhaltigkeit ist das Paradigma unserer Zeit. Zum Glück. Denn Deutschland kann nur davon profitieren.

  • 5
    Alles eine Frage der Ehre

    Unternehmer besinnen sich zunehmend auf ihre Verantwortung in Sachen Ethik und Nachhaltigkeit – und sie haben Erfolg damit.

  • 6
    Im Kreis herum

    Recycling ist mehr als Mülltrennung. Es geht um die Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe. Vielleicht irgendwann zu 100 Prozent – dann wird‘s rund.

  • 8
    Klimaschutz fängt in den eigenen vier Wänden an

    Richtiges Dämmen und Lüften verringert den CO-2-Ausstoß. Produktionsintegrierter Umweltschutz kommt zunehmend in Trend.

  • 12
    Nachhaltigkeit beim Güterverkehr der Zukunft

    Die Logistikbranche hat sich zum drittgrößten Industriezweig entwickelt. Mit dem Boom wächst auch die Verantwortung für die Umwelt.

  • 13
    Wer einkaufen geht, hat Verantwortung

    Der Boom von Bio- und Fairtrade-Produkten nimmt nicht ab – immer mehr Konsumenten verlangen Nachhaltigkeit.

  • 14
    Wissen, woher es kommt

    Damit es bei der Herstellung von Textilien nachhaltig zugeht, braucht es internationale Standards. Die zugleich auch als Marketinginstrument dienen.

  • 15
    Künftige Generationen setzen auf Vernunft

    Ressourcenschutz ist unerlässlich, damit die Menschheit weiter existieren kann. Bereits heute sind Rohstoffe und Wasser knapp.

Editorial

Werden Sie doch Förster

Wie gut, dass es Förster gibt. Sie passen aufs Wild auf, kümmern sich um kleine Bäume und achten darauf, dass wir unsere Wälder nicht alle auf einmal abholzen. Und ihre Zunft hat, das dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben, den Begriff der Nachhaltigkeit in die Welt gesetzt. Nachhaltigkeit, so hieß es in einem forstwissenschaftlichen Traktat aus dem frühen 18. Jahrhundert sinngemäß, sei die Bewirtschaftung eines Waldes dergestalt, dass noch etwas übrig bleibe für später.

Dieses oft herbeigezogene Bild umschreibt bis heute, worum es bei der Nachhaltigkeit geht: ums Wirtschaften und um die Verantwortung. Verantwortung für das Gut an sich, seien es Wald, Rohstoffe, Alltagsgegenstände oder Nahrungspflanzen. Verantwortung aber auch für diejenigen, die erst nach uns geboren werden und ebenfalls Bedarf haben an Wald, Rohstoffen, Alltagsgegenständen oder Nahrungspflanzen.

Versöhnung der Antipoden

Womit wir beim Thema wären. Spätestens seit dem Beginn der Neunzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts ist die Idee der Nachhaltigkeit nicht mehr wegzudenken aus Wirtschaft und Gesellschaft. Damals hat man erkannt, dass das Konzept die Chance bietet, bis dato widerstrebende Entwicklungen zu vereinen. Umweltschützer und Verfechter einer gerechten globalen Arbeitswelt standen den Protagonisten einer am kurzfristigen Gewinn orientierten Wirtschaft gegenüber. Doch alarmierende Daten zur Erderwärmung oder dem Artensterben einerseits, das Heraufdämmern wirtschaftlicher Potenziale, etwa der erneuerbaren Energien, andererseits, ließ beide Seiten erkennen, dass die ökologischen, ökonomischen und sozialen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts nur gemeinsam zu lösen sind. Politisch schlug sich das hierzulande zum Beispiel in einer 2002 verabschiedeten Nachhaltigkeitsstrategie nieder. Seitdem – und erst recht seit dem im vergangenen Jahr beschlossenen Atomausstieg bis 2022 – gilt Deutschland als ein Land mit extrem ehrgeizigen Zielen, was die „Nachhaltigkeit" angeht. Die Frage ist nur: Was heißt das eigentlich für uns alle?

Wir werden alle zu Förstern

Ganz einfach. Wir werden alle zu Förstern. Wenn doch nur die Bundesregierung, wenn Verbände, Parteien und Unternehmen mit diesem Bild agieren würden! Dann wäre ein für alle Mal klar, um was es geht, wie es sich auf unser Leben auswirkt und welche Chancen sich der Wirtschaft bieten. Es geht darum, uns nicht den Ast abzusägen, auf dem wir sitzen. Unser Leben wird weniger Ressourcen verbrauchen, aber deshalb nicht weniger lebenswert oder weniger komfortabel werden. Weil der Einfallsreichtum der Wirtschaft schon klarkommen wird mit Rahmenbedingen, die einen schonenden – einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen verlangen.

Wertsteigerung durch Nachhaltigkeit

Eins ist klar: Dauerhafte Nachhaltigkeit – sozusagen eine nachhaltige Nachhaltigkeit – ist nur zu haben, wenn wir den gemeinsam eingeschlagenen Weg weiterhin beschreiten. Das heißt in einem Tüftler-Land wie Deutschland: Nachhaltigkeit funktioniert nur als Dreiklang aus Technik, Wirtschaft und gesellschaftlicher Weiterentwicklung. Solarmodule sind Hightech. In dezentralen Netzen kann nur modernste IT unsere Stromversorgung sichern. Weltweite Öko-Standards sind auch Marketinginstrument – und sorgen für bessere Umwelt- und Arbeitsbedingungen. Produkte und Firmen werden in Zukunft noch viel stärker nach ihrem sozialen und ökologischen Engagement bewertet: Da wird Nachhaltigkeit zum Instrument der Wertsteigerung.

Noch macht das vielen Angst. Wir meinen: Stellen Sie sich der Zukunft! Gewöhnung an die gewohnten Muster macht unfähig, sich den kommenden Jahrzehnten des 21. Jahrhunderts zu stellen. Und die haben doch so viel zu bieten. Zum Beispiel die Chance, ein richtig nachhaltiger Förster zu werden.

 

Mike Paßmann
Chefredakteur

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