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Reflex-Verlag Ausgabe 2013/12

Nachhaltiges Deutschland

Eine Publikation des Reflex Verlages zum Thema Nachhaltiges Deutschland - was bedeutet das für die Städte?

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Inhaltsindex
  • 3
    Wertschöpfung zu fairen Bedingungen

    Nach der Euphorie gerät das Projekt Nachhaltigkeit ins Stocken. Aber der Benefit für Wirtschaft und Gesellschaft steht außer Frage.

  • 4
    Gut angelegte Sanierung

    Moderne Dämmstoffe, Fenster und eine effiziente Heizanlage helfen Energie und damit Kosten zu sparen.

  • 6
    Mehr Vernetzung, weniger Papier

    Die Baubranche ist im digitalen Zeitalter angekommen und nutzt neue Technologien für den überfälligen Wandel.

  • 8
    Mit intelligentem Wohnen Geld sparen

    Wohlige Wärme zum Feierabend und geschlossene Rollläden pünktlich zur Dunkelheit – moderne Haustechnik macht's möglich.

  • 9
    Speicher, nicht in die Luft blasen

    Ambitionierte Klimaziele sind ohne drastische Minderung des co2-Ausstosses und Verbesserung der Effizienz nicht zu erreichen.

  • 11
    Mit viel Wind Gas geben

    Technologien, die Strom aus Erneuerbaren Energien speichern und im Moment des Bedarfs abgeben, stehen vor der Marktreife.

  • 13
    Mit weniger mehr erreichen

    Eine bessere Materialeffizienz hilft, Ressourcen zu schonen. Vor allem produzierende Unternehmen sind hier in der Verantwortung.

  • 15
    Labeldschungel braucht Ordnung

    Wer Gutes tut, sollte dies auch zeigen. Nachhaltige Performance und Verbraucher-Wahrnehmung stimmen nicht immer überein.

  • 17
    Wenn, dann sauberen Strom fürs Auto 17

    Strom und Gas können als Energiequelle auch dem Auto zu einem besseren Image verhelfen.

  • 19
    Moderne Büros schaffen Freiräume

    Starre Regeln und feste Plätze gehören der Vergangenheit an. Unternehmen setzen auf flexible und mobile Arbeitswelten.

  • 21
    Aus Alt mach Neu

    Für Deutschlands Papierindustrie sind Umweltschutz und Ressourcenschonung schon lange keine Fremdworte mehr.

  • 22
    Auf die Stärken kommt es an

    Unternehmen müssen lernen, Talente zu fördern und Schwächen zu akzeptieren. Nur so sind sie für die Zukunft gerüstet.

Wer nackt ist, sollte gut in Form sein!

Spätestens seit der nsa-Affäre wird klar: Die Mauern, ob selbsterrichtet oder von außen hochgezogen, fallen. Auf Unternehmen übertragen heißt dies unter anderem, eine neue Kultur der totalen Transparenz zu proklamieren. Social Media und Internet lassen grüßen. Hierarchien und Arbeitsfronten lösen sich zunehmend auf. Und es scheint so, als ob es jetzt nicht mehr um Worthülsen geht, die nur eines überdecken: Ignoranz und Fantasielosigkeit, um in einer vernetzten Welt intelligent und effizient zu agieren.

Trendforscher wie Peter Wippermann und Birgit Gebhardt sprechen von New Work. Die Phase, in der Unternehmen in sich abgeschottet ihre Organisationen und Kulturen entwerfen und umsetzen, gehöre definitiv der Vergangenheit an, sagen diese Vordenker. Nun wende sich das Blatt zu Gunsten der Stakeholder.

Mit dem Paradigmenwechsel drängt sich ein Zusammenhang mit nsa, Whistleblower Edward Snowden, dem heimlichen Abhören von Nachbarn, Politikern, Mitarbeitern und Unternehmen auf. Die Verschwarmung der Menschen, die Macht der Information und die digitale Vernetzung machen es den Potentaten zunehmend schwerer, Dinge zu tun, die – moderat gesprochen – nicht der political correctness entsprechen.

Auf die mikroökonomische Ebene gespiegelt bedeutet dies, mehr von sich zu erzählen, den offenen Dialog zu den Stakeholdern zu suchen. Dicke Mauern um Siemens, Metro, rwe, Deutsche Bank & Co geraten ins Wanken. Es geht nicht um Wirtschaftsspionage, sondern um die Art des miteinander Wirtschaftens, um eine höhere Form der Effizienz. Die neuen Rahmenbedingungen eröffnen die Chance, alle Ressourcen zu aktivieren um gemeinsam gesteckte Ziele zu erreichen.

Wenn Experten den Sprung von der Industrieökonomie in die Netzwerkökonomie proklamieren, von sprudelnden Quellen der Open Sources für eine globalisierte Wissenschaft schwärmen, für eine offenere Gesellschaft plädieren, dann klingt Idealismus mit. Das muss in dieser Phase sein. Aber was die Forscher sagen, fühlt sich viel besser an, als das was uns die Realität bisher präsentiert: Technologisch wertvolles Wissen wird in Datenbanken versenkt (Herrschaftswissen), Strategien werden konsequent auf Quartalszahlen ausgerichtet (Shareholder Value), Mitarbeiter werden entwurzelt, wie Nomaden hin und her verpflanzt (Teambuilding), Unternehmenskulturen werden auf dem Controlling-Altar geopfert (Cost-excess ), Innovationen versinken in Change-Management-Prozessen (Challenge).

Das Kernthema dieser Publikation lautet „Nachhaltigkeit". Auch wenn unter diesem Begriffsdach bisweilen abstruse Dinge verstanden werden, geht es um ein Ziel: Wissen im System halten, global erfolgreich im Wettbewerb stehen, Mitarbeiter zu eigenständiger Teilnahme bewegen. Unternehmen führen gerne Werte wie Verantwortung, Transparenz, Mitarbeiterkapital, Innovation und Teamgeist an, die oft über ein Wunschdenken nicht hinaus gehen. Mit Recht bemängeln die Kommunikationsforscher, dass eine Identifikation erst entsteht, wenn sie im täglichen Berufsalltag gefühlt und erlebbar wird.

Dies wird kaum gelingen, wenn große Worte (Ansprachen zu Weihnachtsfeiern, Kick-off-meetings etcetera sind in Arbeit) keine Spuren zur Realität finden. Oft sind es die die kleineren Botschaften (Missions), und Links die besser ankommen und den echten Bezug wahren. Zeiten, in denen sich Unternehmen nur pro forma mit Werten schmücken, sind hoffentlich passé. Stakeholder wie Mitarbeiter, Kunden, Verbraucher sind mehr und mehr in der Lage, via Netzwerke und Medien die Wahrheiten zu erfahren und entlarven jeden Versuch der Täuschung. Das Szenario der Gegenwart hat der kanadische Unternehmer und Professor für Management Don Tapscott treffend beschrieben: „Das Unternehmen ist nackt – und wer nackt ist, sollte besser gut in Form sein."

Karl-Heinz Möller

Chefredakteur

Reflex Verlag GmbH

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