Reflex-Verlag

Reflex-Verlag Ausgabe 2013/12

Besser sehen und hören

Eine Publikation des Reflex Verlages zum Thema Besser sehen und hören

+ zurück zur Übersicht Ausgabe-Cover-Bild mit Link zum PDF

Ausgabe als PDF anfordern

PDF bestellen
Inhaltsindex
  • 3
    Altersrepublik Deutschland

    Wir werden immer älter, der Bedarf an intelligenter Technik, die Alterserscheinungen beim Hören und Sehen ausgleicht, steigt.

  • 4
    Finanzspritze für Schwerhörige

    Moderne Technik für alle: Die gesetzlichen Kassen haben den Festbetrag für digitale Hörhilfen fast verdoppelt.

  • 5
    Sich Gehör verschaffen

    Hörhilfen haben sich stark gewandelt. Die individuelle Anpassung ist noch immer sehr umfangreich.

  • 6
    Hightech-Wunder im Ohr

    Ein Hörgerät zu tragen sollte heute keinen Makel mehr darstellen. Noch nie waren Tragekomfort und Klangqualität besser.

  • 8
    Der Kampf gegen ein Phantom

    Der Leidensdruck ist für Menschen mit Fiepen im Ohr groß. Doch es gibt Wege, die lästigen Ohrgeräuschen besser zu ertragen.

  • 9
    Die Augen hören mit

    Blinde und Taube nehmen die Welt anders wahr – denn das Gehirn kann umdenken.

  • 11
    Brille versus Hörgerät

    Im Gegensatz zu Brillen, sind Hörgeräte wenig anerkannt. Dabei ist die Technik längst ausgefeilt.

  • 13
    Guter Durchblick mit Titan und Acetat

    Ob lässig oder elegant: Moderne Materialien in der Brillenproduktion sorgen für einen immer besseren Tragekomfort.

  • 14
    Bessere Sicht durch Spezialplastik

    Die Auswahl an Linsen wächst rasant, doch nicht jede ist für jeden Träger geeignet.

  • 15
    Wenn sich die Augen nach Tränen sehnen

    Wenn die Tränenflüssigkeit knapp wird, hat das mitunter unangenehme Folgen. Wir erklären, wie man vorbeugen kann.

Damit Augen und Ohren nichts entgeht

llein die Vorstellung, das Augenlicht oder das Hörvermögen zu verlieren, löst bei jedem von uns mehr als nur Besorgnis aus. Scharf sehen und gut hören zu können, ist ein besonders hohes Gut, worauf niemand verzichten möchte. Beide Sinne sind Grundvoraussetzungen, um sich zu orientieren und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Zwar verlieren die meisten im Laufe des Lebens zum Teil erheblich an Hörleistung und Sehkraft – zwei von drei aller 15- bis 74-Jährigen sind aufgrund von Fehlsichtigkeit auf eine Sehhilfe angewiesen. Da dieser Prozess in der Regel jedoch schleichend verläuft, gewöhnen wir uns häufig sukzessive an diesen Zustand und können uns so leichter damit abfinden – zumal Wissenschaft und Technik in den vergangenen Jahrzehnten immense Fortschritte gemacht haben und für so gut wie jede Schwäche unserer Ohren oder Augen die passende Antwort parat haben. Ob höchst sauerstoffdurchlässige Kontaktlinsen, neueste Silikonmultifokallinsen, mobile elektronische Low-Vision-Lupen oder Laser-Operationen am Auge: Nur einige Beispiele, die Patienten nach Jahren mit Einschränkungen die lang vermisste Sehschärfe und somit Lebensqualität zurückbringen können.

Ganz abgesehen von neuesten technologisch ausgefeilten Hörhilfen, die sich in den vergangenen Jahren zu wahren Wunderwerken der Technik entwickelt haben: Auch wenn sich mit deren Hilfe oftmals noch keine äquivalente perfekte Hörleistung wie beim Tragen von Brillen und Kontaktlinsen erzielen lässt, ermöglicht der technische Fortschritt Menschen mit Hörgerät bereits sehr gute Hörergebnisse – digitale Hörgerätetechnik macht es möglich. Neu auf dem Markt und zunehmend im Trend sind extrem kleine Hörhilfen, die praktisch unsichtbar vor dem Trommelfell platziert werden. Moderne Geräte sorgen nicht nur für mehr Hörkomfort, sondern lassen mittels Zusatzfeatures wie Bluetooth-Verbindungen etwa Kommunikation mit dem Handy zu.

Das sind Argumente, die dazu beitragen können, das Image von Hörgeräten weiter aufzupolieren. Grund genug gibt es allemal. Denn warum eigentlich bringen noch so viele Menschen ein Hörgerät mit „alt sein“ in Verbindung? Gerade einmal jeder Fünfte von 15 Millionen Deutschen mit Hörproblemen hilft sich mit einer Hörhilfe. Auch um dieser Tatsache entgegenzuwirken, bieten Krankenkassen seit Anfang November finanzielle Unterstützung und leisten höhere Zuschüsse für Hörgeräte. Mit einem Vertragspreis von im Schnitt 650 Euro erhalten Erwachsene mit einer Hörminderung nun fast doppelt so viel wie vorher. So könnten sich fortan nicht nur mehr Betroffene grundsätzlich für ein Hörgerät, sondern viele auch für Geräte mit deutlich verbesserter Technik und Optik entscheiden. Denn je frühzeitiger eine Hörminderung festgestellt und technisch versorgt wird, umso besser bleiben die Nervenbahnen und Hirnzellen im Training.

Hier ist rasches Handeln gefragt, das sich auch vor dem Hintergrund des fortschreitenden demografischen Wandels auszahlt. Schließlich werden wir immer älter und somit auch immer länger auf unsere Ohren und Augen angewiesen sein. Haben sich bislang viele Menschen mit einer Hörminderung ohne Hörhilfe bis zum Rentenalter gerettet, könnte sich dieses Warten künftig als zu spät erweisen. Da Arbeiten bis 67 zur Regel wird und die Leistungsfähigkeit gesichert sein muss, sollten wir Ohren und Augen frühzeitig im Blick haben. Und schwächeln unsere kostbarsten Sinne, brauchen wir uns vor Korrekturhilfen nicht zu scheuen. Ganz im Gegenteil: Sie erhalten unsere Lebensqualität. Denn wer möchte schon auf diese elementaren Sinne früher als unbedingt nötig verzichten?

Mike Passmann

Chefredakteur

Reflex Verlag GmbH

Ihre Meinung ist uns wichtig:

feedback@reflex-media.net