Reflex-Verlag

Reflex-Verlag Ausgabe 2013/11

Wirbelsäule und Rücken

Eine Publikation des Reflex Verlages zum Thema Wirbelsäule und Rücken

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Inhaltsindex
  • 4
    Wenn die Rückenprofis anrücken

    Präventionsmaßnahmen im Betrieb kommen dem Mitarbeiter zugute – aber von den positiven Folgen profitiert auch der Arbeitgeber.

  • 6
    Hier liegen Sie richtig

    Die Qual der Wahl bei der passenden Matratzensuche – und worauf Sie beim Kauf achten sollten.

  • 7
    Wenn Herr Pilates das geahnt hätte

    Das Ganzkörpertraining ist viel mehr als ein Fitnesstrend – es beugt auch effektiv Rückenleiden vor.

  • 9
    Ein Rücken, mehrere Möglichkeiten

    Nicht immer ist es einfach zu benennen, wo es weh tut, doch auch dafür gibt es in der Medizin einen Namen.

  • 10
    Wenn die Stoßdämpfer versagen

    Bandscheiben fungieren als Puffer zwischen den einzelnen Wirbelkörpern. Verrutschen sie, kommt es zu Beschwerden.

  • 11
    Auf Fingerdruck entspannt

    Vitametik ist eine ganzheitliche Methode, die für Entspannung von Muskulatur, Wirbelsäule und Nervensystem sorgen soll.

  • 12
    Wege aus der Schmerzfalle

    Physiotherapie hilft Rückenschmerzen zu lindern. Im Kommen ist Osteopathie, die alle Körpersysteme als Einheit sieht.

  • 13
    Ein Bachelor in Physiotherapie

    Um dem Fachkräftemangel im Gesundheitssektor entgegenzuwirken, sind Veränderungen bei den Qualifikationsprofilen nötig.

Ein starker Rücken

s nicht selbst haben, dann hat es garantiert jemand in der nächsten Umgebung: Rücken. Kreuzschmerzen, Nackenstarre, Hexenschuss, die Bandscheiben – kaum ein Körperteil beschäftigt uns so, unzählige Redensarten gibt es zum Thema, ganze Komikerprogramme basieren darauf. Warum ist das eigentlich so – und kann man da nichts gegen tun?

Klar, der Rücken trägt halt wirklich alles. Mehr noch als die Knie oder die armen Füße. Die werden wenigstens im Sitzen entlastet. Und Sitzen, das tun wir modernen Menschen eben die ganze Zeit. Da kann man nichts machen. Weswegen vielen ihre Rückenschmerzen auch als unausweichlich erscheinen. Vor allem, seit sich immer mehr die Erkenntnis durchsetzt, dass gerade beim gefürchteten Bandscheibenvorfall ops auch nicht immer etwas bringen. Kann man also wirklich nichts tun?

Kann man natürlich. Und anfangen muss es im Kopf. Der amerikanische Präsident Franklin D. Roosevelt soll einmal gesagt haben: „Bitte nicht um eine leichte Bürde – bitte um einen starken Rücken.“ Dieser Satz beinhaltet das ganze Dilemma. Denn es ist ja lobenswert, sich nicht vor den Aufgaben des Lebens zu drücken. So wie wir die Arbeit unseres Rückens ja auch nicht einfach einstellen können. Das würde bedeuten, sich nie mehr vom Sofa wegzubewegen. Stark soll und muss der Rücken also sein.

Aber hier wird es problematisch. Viele von uns belassen es bei der Bürde. Sie muten sich viel zu – und tun nichts dafür, dass der Rücken auch wirklich stark wird. Ihr Kopf versperrt sich der Einsicht in die Notwendigkeit. Das gilt für die physische wie für die psychische Seite. Große psychische Belastungen – vom „Stress“ am Arbeitsplatz bis zu traumatischen Lebensumständen – können über eine Kaskade von Verspannungen und Blockaden zu schlimmen Rückenproblemen führen, bis hin zu schmerzhafter Bewegungsunfähigkeit. Ganz wörtlich weigern sich Körper und Geist, ihre Last zu tragen.

Wem das zu viel Psychokram ist: Übergewicht, mangelnde Bewegung und dauerhafte Fehlhaltungen führen zu denselben Symptomen. Ja, es gibt auch nicht beeinflussbare Faktoren – Knochenwucherungen, angeborene Fehlstellungen, Unfälle. Das kann die moderne Diagnostik mittlerweile immer besser feststellen – und dann helfen auch Operationen. Aber in der Mehrzahl der Fälle ist es eben doch möglich, den Rücken an sich stark zu machen. Und, wie gesagt, das beginnt im Kopf; und bedeutet zunächst einmal, seinem Rücken ein guter Freund zu werden. Ihn zu verstehen und zu wissen, welcher Schmerz nun was bedeutet. Nicht gleich in Panik zu verfallen, wenn es im Kreuz zwickt. Oft helfen zwei, drei kurze Übungen, den Rücken zu deblockieren, die Halsmuskulatur zu entspannen. Immer mehr Menschen machen Yoga im Büro. Warum nicht auch Rückenübungen?

Ein bisschen Ausdauer und Disziplin muss aber sein. Auf Dauer hilft neben Entspannungs- und Dehnungsübungen nur eine starke Rückenmuskulatur. Eigentlich völlig klar, aber wieso hält sich niemand dran? Wahrscheinlich, weil in zu vielen Köpfen immer noch die Vorstellung herumschwirrt, man könnte so ein Rückenleiden wie einen Schnupfen behandeln, und dann ist auch alles wieder gut. Aber gerade Menschen ab 40 kommen so leicht nicht mehr um ihre Zipperlein herum. Rückenleiden wollen akzeptiert werden. Allerdings – und das ist die Botschaft – nicht als dauerhaftes Schmerzenstal, sondern als eine tägliche Herausforderung, die zu meistern ist.

So wie Zähneputzen zum Beispiel. Jeder akzeptiert, dass er zwei bis dreimal täglich die Zähne putzen muss. Sonst droht Karies. Wir alle investieren Zeit in die Körperpflege und ins Hübschmachen. Viele achten darauf, sich gesund zu ernähren und legen Wert auf eine gute Matratze. Wer jetzt auch ein bisschen Zeit in sein tägliches Rückentraining steckt, dessen Kreuz wird es höchstwahrscheinlich besser gehen. Wie das im Alltag geht und was bei Rücken- und Wirbelsäulenproblemen eigentlich passiert, wollen wir in dieser Publikation einmal näher beleuchten. Wir wünschen viel Gewinn!

Mike Paßmann

Chefredakteur

Reflex Verlag GmbH

 

 

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