Reflex-Verlag

Reflex-Verlag Ausgabe 2013/09

Das Gehirn

Eine Publikation des Reflex Verlages zum Thema Das Gehirn

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Inhaltsindex
  • 4
    Die Kommandozentrale des Körpers

    Das menschliche Gehirn managt den kompletten Organismus. Viele Aufgaben erledigt es automatisch und völlig unbemerkt.

  • 5
    Gewitter im Kopf

    Wenn Nervenzellen sich gleichzeitig entladen, spricht man von Epilepsie – für Betroffene und Angehörige eine Herausforderung.

  • 6
    Hirnregionen im Dornröschenschlaf

    Zappelphilipp und Träumer: Was bei adhs im Kopf passiert und welche Therapien helfen.

  • 7
    Die Krankheit mit 1.000 Gesichtern

    Eine Vielzahl an Symptomen kann auf diese Erkrankung hinweisen. Dabei ist der Krankheitsverlauf nicht tödlich.

  • 9
    Nahrung für den Kopf

    Neben vielen Medizinpräparaten gibt es einige natürliche Mittel, um fit und gesund im Kopf zu bleiben.

  • 10
    Sich aus der Krise laufen

    Bei psychischen Erkrankungen ist der Hirnstoffwechsel aus dem Lot geraten. Nicht nur Pillen können das Chaos beseitigen.

  • 11
    Sinnvolles Verknüpfen lernen

    Mit einfachen Übungen lässt sich das Erinnerungsvermögen trainieren. Und eine bessere Lebensqualität erlangen.

  • 12
    Wie entsteht die Schüttellähmung?

    Die Ursachen dieser Erkrankung sind noch immer nicht geklärt. Möglicherweise ist ein Botenstoff-Mangel verantwortlich.

  • 13
    Unaufhaltsame Reise ins Vergessen

    Trotz reger Forschung: Heilbar ist Alzheimer nicht - aber mit der richtigen Therapie lässt sich der Verlauf verzögern.

  • 14
    Stressbekämpfung ist auch Chefsache

    Druck und Überforderung am Arbeitsplatz können durch gezielte Maßnahmen abgebaut werden.

  • 15
    Gemeinsam nach vorne schauen

    In Gruppen tauschen sich Betroffene und Angehörige über Verlauf und Therapien aus – und geben sich so gegenseitig Halt.

Editorial

Die Epoche des Gehirns

 

Während Sie diese Zeilen lesen, ihr Hirn mal wieder Schwerstarbeit. Es sorgt dafür, dass Sie nicht vom Stuhl fallen, verarbeitet im Hintergrund die Einkaufsliste und steuert nebenbei noch Hunderte Vorgänge in Ihrem Körper, von denen Sie noch nie gehört haben. Unfassbar, so ein Gehirn: Datenverarbeitung und Steuerzentrale, bis ins hohe Alter flexible Lernmaschine, zugleich Ideenausbrüter, Weltinterpretierer, Sitz von Bewusstsein und Persönlichkeit. Wie das alles funktioniert, das lernen wir immer schneller. Erkenntnisse aus der Hirnforschung begegnen uns mittlerweile überall. Ökonomen, Pädagogen, sogar Politiker machen sich die neuesten Erkenntnisse über die graue Masse hinter unserer Stirn zu eigen. Wir leben in einer Epoche des Gehirns. Ein Glück. Wenn so gut wie jeder Aspekt unserer Existenz in der Gegend zwischen Hirnstamm und Stirnhirn stattfindet, möchte man doch wissen, was da passiert. Das gilt besonders dann, wenn etwas falsch läuft. Krankheiten, die das Gehirn betreffen, machen uns besondere Angst. Sie bedrohen das Zentrum unserer Persönlichkeit selbst. Manch einem wird sehr schmerzlich die physische Seite seiner Existenz klar. An die alte Trennung von Körper und Seele (oder Geist) glaubt wohl kaum noch einer; selbst den Sitz der Religion versuchen Forscher in unserer Großhirnrinde zu verorten. Tröstlich: Mit dem Wissen über die Funktionsweisen des Gehirns wachsen automatisch die Möglichkeiten von Diagnose und Therapie neurologischer Erkrankungen. Beispiel Epilepsie. Auf Basis immer detaillierteren Wissens über hirnphysiologische Vorgänge werden ständig neue Medikamente entwickelt. Eine wichtige Rolle bei der Diagnose spielen auch die immer genaueren bildgebenden Verfahren der Neurologie – sie helfen dabei, möglicherweise vorhandene strukturelle Ursachen der Anfälle zu finden und die unter Umständen sinnvollen Operationen vorzubereiten. Ähnlich bedeutend ist der Forschungsfortschritt auch bei der Multiplen Sklerose. Inzwischen spricht vieles dafür, dass hier eine Störung des Immunsystems eine Rolle spielt. Dementsprechend folgen viele Therapien diesem Ansatz. Beispiel adhs bei Kindern und Jugendlichen. Die medikamentöse Therapie wird oft gescholten. Kritikpunkt ist vor allem die zu häufige und zu schnelle Verordnung. Und es ist verständlich, wenn Eltern von Kindern mit Bewegungsdrang fürchten, dass ihre Kinder zu unrecht Medikamente bekommen. Grundsätzlich falsch ist die medikamentöse Therapie deshalb nicht – richtig angewandt, verhilft sie Betroffenen und Angehörigen zu hoher Lebensqualität. Beispiel Depressionen. Die verbreitete Krankheit ist kein Tabu mehr, vielleicht auch, weil ihre irnphysiologischen und neurologischen Ursachen immer besser bekannt sind. Das erleichtert es, pharmazeutische Therapien zu entwickeln, den Erfolg von Psychotherapie besser zu verstehen und auch alternative Therapieformen – etwa magnetische Stimulation – zu erproben. Und das gesunde Gehirn? Begibt sich gern auf die Suche nach Mitteln und Wegen, die Hirnfunktion zu verbessern. Etwa durch pflanzliche Mittel, die sich positiv aufs Gehirn auswirken. Oder spezielle Methoden, die die Gedächtnisleistung trainieren. Gesellschaft hilft übrigens ebenfalls, den Kopf fit zu halten… Apropos Gesellschaft: Eine große Klage unserer Zeit ist die Stressbelastung durch die Arbeit. Unternehmen sollten sich tunlichst nicht nur um gesunde Kantinenkost kümmern, sondern Mitarbeiterstress vorbeugen – ganz im Sinne der Produktivität. Noch einmal die Gesellschaft: Von einer Hirnerkrankung Betroffene finden in Deutschland viel Hilfe in Krankenhäusern, bei Ärzten und Psychotherapeuten. Doch eine extrem wichtige Rolle spielen auch die Selbsthilfeorganisationen, etwa bei chronischen Erkrankungen wie ms oder Epilepsie. Betroffene und deren Angehörige unterstützen sich gegenseitig und sind oft erster Anlaufpunkt nach der Neudiagnose. Auch darüber – neben dem aktuellen Stand der medizinischen Forschung – wollen wir Sie mit dieser Publikation informieren.

Mike Paßmann
Chefredakteur

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