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Reflex-Verlag Ausgabe 2013/06

Die Bauindustrie

Eine Publikation des Reflex Verlages zum Thema Die Bauindustrie

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Inhaltsindex
  • 3
    Überall Baustellen

    Im Sinne der Baubranche kann es nicht genug Projekte geben. Als Wachstumsbremse erweisen sich Fachkräftemangel und Image.

  • 4
    Viel Arbeit, wenig Personal

    Engpässe auf dem Markt für Fachleute nagen am Wachstum. Offensiven in Qualifikation und Imageförderung sollen helfen.

  • 5
    Gesamtperformance ist entscheidend

    Energetische und ökologische Bauweisen tragen zum Gelingen der Energiewende bei – eine große Chance für die Branche.

  • 6
    Deutschland hat kein gutes Pflaster

    Um den Standortvorteil Infrastruktur zu erhalten, sind Milliarden-Investitionen nötig.

  • 8
    Digital von Planung bis Abriss

    Virtuelle Modelle von Gebäuden erleichtern den Informationsfluss bei der Bauplanung – und verringern die Kosten.

  • 9
    Planmäßig zum Ziel

    Vom Projekt auf dem Papier bis zum fertigen Bau kann viel schief gehen. Mit exaktem Timing und Controlling passt alles.

  • 10
    Wenn der Staat baut, wird’s teuer

    Öffentliche Bauprojekte ziehen sich oft über Jahre, die Kosten explodieren. Dabei wäre die Misere vermeidbar.

  • 11
    Höhere Anforderungen an Baustoffe

    Verarbeitungsfähigkeit ist ebenso wichtig wie Belastbarkeit und Umweltverträglichkeit.

  • 12
    Aus alt wird neu

    Kosten und Nutzen sollten bei Modernisierungen in einer Balance sein. Energetische Maßnahmen stehen aktuell im Fokus.

  • 13
    Innovationsreport

    Tageslichtsysteme
    Holz verantwortungsvoll nutzen
    Zement - Verbrauch nach Ländern weltweit 2010*

  • 14
    Partnerschaften gegen den Stau

    Deutschlands Autobahnen sind spitze, aber sanierungsbedürftig. Bundesverkehrsminister Ramsauer baut auf private Hilfe.

  • 15
    Gerüste, Schutzhelme und Schulungen

    Baustellen sind gefährliche Arbeitsplätze. Dank zahlreicher Vorschriften und Kontrollen sinkt die Zahl der Unfälle jedoch.

Editorial

Knickpyramide oder Traumhaus?

Bauen ist eine Lust! Es stellt sich nur die Frage, für wen? Bauherren kämpfen mit Banken um Kredite, mit Behörden um Genehmigungen, mit Architekten um Ästhetik und mit den Handwerkern um die Einhaltung von Terminen. Baufirmen laufen die Kosten und Fachkräfte davon, die Baustoffe treffen nicht ein, eine Koordination der einzelnen Gewerke und Lieferanten ist nicht möglich, dazu spielt das Wetter nicht immer mit. Eigentlich ist es erstaunlich, dass das Eigenheim doch irgendwann fertig wird. Wenn man Glück hat, ist das Projekt bezahlbar geblieben.

Wer denkt, dass es die kleinen und großen Katastrophen erst in heutiger Zeit gibt, liegt falsch. Vielen bekannt dürfte das Vorhaben des ersten altägyptischen König Snofru sein. Er gab seinem Baumeister den Auftrag, eine Pyramide auf einem bisher unbenutzten Wüstenplateau zu bauen. Der brüchige Schieferboden hielt der Last der schweren Pyramide nicht stand. Sie ist als Knickpyramide in die Geschichte eingegangen. Schon beim Bauen entstanden tiefe Risse bis schließlich die drei Grabkammern und der Eingangskorridor instabil wurden. Der Bau musste abgebrochen werden. Sein Sohn Cheops machte es dann besser.

Zugegeben: Es werden mit dem Bau immer wieder eine Menge Klischees aufgetürmt. Dabei genießen wir oft exzessiv das, was zu den unbestrittenen Leistungen dieser Branche gehört. Wir schlendern durch die Parks von Schloss Sanssouci, bestaunen die alten und neuen Wolkenkratzer von New York, klettern auf den Eifelturm, schwärmen vom Mailänder Dom, begeistern uns am neuen Wembley Stadion, fahren beeindruckt durch den Gotthard-Tunnel in den Tessin, schreiten in Ehrfurcht durch das Brandenburger Tor.

Das tägliche Leben der Bürger berühren das Bauhaus und seine Stätten in Weimar und Dessau mit ihren Formen und Wohnstilen. Architektur und Stil sind Klassiker und zählen zum UNESCO-Welterbe. Die Bauhaus-Ensembles gehören zu den 100 beliebtesten Sehenswürdigkeiten Deutschlands. Nach Umfragen stehen sie in der Gunst der Besucher als Gebäude der Moderne ganz weit oben. Kein Wunder, geht es doch um das Wohnen. Hier wird Bauen privat.

Wohnen ist wohl das emotionalste Gut, das uns mit dem Bau verbindet. Nicht zufällig ist dieses Thema so aktuell. Viele Bürger sind wieder auf der Suche nach einem Nest, einem Ort für den Rückzug. Mit Cocooning wird laut Trendforschern eine immer stärker werdende Tendenz beschrieben, bei der sich Menschen vermehrt aus der Zivilgesellschaft und Öffentlichkeit in das häusliche Privatleben zurückziehen. In diesem Zuge wird die Branche mit einer Philosophie konfrontiert, die ihr die Chance bietet, positiv und näher als bisher an den Bürger und seine Bedürfnisse zu gelangen. Das sogenannte partizipatorische Bauen, also die Beteiligung der Bürger am Städtebau, an der Stadtteilentwicklung wird ein Zukunftsmodell. Dazu gehören die Dezentralisierung des sozialen Wohnungsbaus, die verstärkten Mitentscheidungsrechte über Wohnungsbelegungen, die Entwicklung von alternativen Wohnformen und Wohnprojekten, die architektonische Mitbestimmung der zukünftigen Nutzer an der Bauplanung. Häuser werden mehr und mehr vom Wohnen her gedacht.

 Bauen und Wohnen nähern sich damit an. Dem Image vom Bau wird das gut tun. Bauen als Lust für alle. Denn „Zum Bawen gehören gutte Wissenschafft, grosser Vorrath, ein Beutel vol Gelt, ein Seckel vol Gedult, gute trewe Bawleut, nicht Sudler, Hudler, Tagedieb, Holtzdieb, Kalckdieb!“, Zitat aus dem Buch ‚Bauen ist eine Lust‘, Verlag für Bauwesen.

Karl-Heinz Möller 
Chefredakteur

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