Reflex-Verlag

Reflex-Verlag Ausgabe 2013/05

Alternative Investments

Eine Publikation des Reflex Verlages zum Thema Alternative Investments

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Inhaltsindex
  • 4
    Rohstoffe erhöhen Renditechancen

    Kupfer & Co sorgen für Dynamik
    In ein diversifiziertes Depot gehören Rohstoffe. Investments sind allerdings mit hohen Risiken verbunden.

  • 6
    Hedgefonds nutzen Geldschwemme

    Zurück im Spiel
    Ob Institutionelle oder vermögende Private, Hedgefonds steigen wieder im Kurs der Anleger.
    Offshore oder ucits-Hedgefonds, was ist attraktiver?

  • 8
    AIFM fordert Emissionshäuser heraus

    Neue Ära für Emissionshäuser
    Die Aufsicht für Anlagen in Fonds soll verbessert werden. Verbraucherschützern geht es nicht weit genug.

  • 10
    Potenzial bei Erneuerbaren Energien

    Wagniskapital dringend gesucht
    Ohne grüne Energie geht nichts mehr voran. Neue Formen der Finanzierung sichern hierbei den Fortschritt.

  • 11
    Private Equity boomt wieder

    Stagnation war gestern
    Junge dynamische Unternehmen brauchen Venture Capital. 2013 gibt es wieder mehr davon.

Editorial

Finanzwelt im Rumpelmodus

Parallelen treffen sich im Unendlichen. Diesen Satz kennt jeder aus der Physik. Auf das Hier und Heute projiziert könnte dieses Axiom dazu führen, dass sich – irgendwo und irgendwann – zwei Vermögen in unterschiedlicher Größe, die sich parallel entwickeln, am Ende doch auf ein und demselben Niveau treffen. Beispielsweise, indem die Zugewinne ab einer bestimmten Höhe per Progression weggesteuert würden. Parallelwelten – eine Illusion, ein Alptraum oder ein schönes Szenario? Dann würden wir zumindest theoretisch entweder nie reich, oder nie arm, oder irgendwann alle gleich sein. Je nach Sichtweise ein schrecklicher oder schöner Gedanke. Vielleicht ein neuer Ansatz für Mathematiker in Richtung Wohlfahrtstheorie beziehungsweise Wohlstandsgeometrie.

Matheexperten würden das Problem vielleicht irgendwann zu programmieren wissen. Sie füttern bekanntlich schon die Finanzbranche mit sinnvollen und weniger sinnvollen Algorithmen, um mit megaschnellen Rechnern das Auf und Ab an der Börse zu beherrschen. Aber bevor sich die Geraden treffen, bleibt heute die Erkenntnis, dass aktuell die Abstände dazwischen groß bleiben. Zu groß? Eine breite Masse beklagt sich über die existierenden Parallelitäten. In der realen Welt heißen sie arm und reich, verschuldet und nicht verschuldet, schwach und stark, schnell und langsam. Und darüber lohnt es schon, intensiv nachzudenken und hin und wieder inne zu halten. Die Menschen sind nicht alle gleich – wie wir alle wissen. Schon gar nicht von Geburt an. Aus dieser Sicht kann das Ziel bei der Vermögensanlage nicht maximieren heißen. Vermehren, ja! Das sollte drin sein.

Auch deswegen reden wir in dieser Publikation über Geld, Renditen und Investments. Und das ist auch gut so. Denn ‚Money makes the world go round’ ist nicht nur ein Song. Sparen, investieren, konsumieren lauten die Übungen. Und so sollte auch die Reihenfolge sein. Wer verdient und spart, oder es für andere tut, beispielsweise Institutionelle wie Pensionsfonds, Stiftungen oder Versicherungen, wird versuchen, dieses Kapital zu schützen und zu mehren. Allerdings läuft es in der Finanzwelt auch sechs Jahre nach Lehman alles andere als rund. Die Welt steckt immer noch im Krisenmodus. Unterdessen haben sich nicht nur hierzulande die Strukturen, die regulatorischen Rahmenbedingungen und die Anlagestrategien und -philosophien signifikant verändert. Vor diesem Hintergrund bleiben die Märkte auch 2013 herausfordernd. Unruhe und Unsicherheit dirigieren die Agenda.

Für großes Branchen-Rumoren sorgen neue Maßnahmen der staatlichen Regulierung. AIFMD wird den Algorithmikern vorgesetzt. Es ist ein erneuter Versuch der Bürokraten, den Mächtigen aus der irrealen Welt etwas entgegenzustellen. In guter Absicht, wohl wahr. Zum Schutze der Anleger. Ein schärferer Wind von vorne bläst da vor allem in der Fondsebene. Wo zugegebener Maßen viele schwarze Schafe grasten. Dabei hielten diese Fonds mit Container-Schiffen, Passagier-Flugzeugen, Studentenwohnheimen oder Windkraftanlagen immerhin noch vage Verbindung zur realen Welt. Aber welch ein bürokratisches Monstrum steht da vor den Beteiligten! Und: Wird es Kernprobleme der Branche lösen können? Vor allem bevor sich die Parallelen im Unendlichen treffen?

Bis dahin gehen die Geschäfte weiter. Waren in den vergangenen Jahren besonders die Anleihenmärkte im Fokus des Interesses, sucht der Anleger heute nach alternativen Vehikeln. Neue Wege bei der Portfoliodiversifizierung zu gehen, lautet die Herausforderung. Investoren, die über einen Vermögenserhalt hinaus wollen, kommen um die Beimischung ganz besonders adaptierter Anlageformen nicht herum. Analyse und gute Literatur können dabei erste Impulsgeber sein.

Karl-Heinz Möller 
Chefredakteur

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