Reflex-Verlag

Reflex-Verlag Ausgabe 2013/04

Herz Kreislauf

Eine Publikation des Reflex Verlages zum Thema Herz Kreislauf

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Inhaltsindex
  • 3
    Herzstück der Gesundheit

    Moderne Behandlungsmöglichkeiten und ein gesunder Lebenswandel nehmen Herz-Kreislauferkrankungen ihren Schrecken.

  • 4
    Das Beste aus zwei Welten

    Hybrid-ops vereinigen die Möglichkeiten der klassischen Herzchirurgie mit dem Katheterlabor. Gerade älteren Patienten hilft das.

  • 6
    Wenn sich das Leben plötzlich ändert

    Ein Schlaganfall kann schlimme Folgen haben. Daher ist es wichtig, Risikofaktoren und Alarmsignale zu kennen.

  • 7
    Wenn Lipide im Blut überhandnehmen

    Fettstoffwechselstörungen gilt es rechtzeitig zu behandeln. So lassen sich Gefäßerkrankungen deutlich reduzieren.

  • 8
    Umleitung zum Herzen

    Verengungen in den Herzkranzgefäßen können lebensgefährlich sein. Ein Bypass kann helfen.

  • 10
    Wenn das kleine Herz nicht intakt ist

    Herzfehler sind die häufigsten angeborenen Fehlbildungen. Sie können, müssen jedoch heutzutage nicht lebensbedrohlich sein.

  • 11
    Essen gegen Herzinfarkt

    Übergewicht, erhöhter Cholesterinspiegel, hoher Blutdruck – Risikofaktoren, die sich durch herzgesunde Kost senken lassen.

  • 12
    Ein Kunstherz im Wandel der Technik

    Immer kleiner, komfortabler und leistungsfähiger: Herzpumpen haben sich zunehmend in der Herzmedizin etabliert.

  • 13
    Hightech für mehr Lebensqualität

    Die moderne Medizintechnik eröffnet der Herzchirurgie heute nie dagewesene Möglichkeiten.

  • 15
    Die Behandlung geht weiter

    Neueste Entwicklungen der mminimalinvasiven Chirurgie in der Kardiologie durch Schrittinnovationen.

Editorial

Herzensangelegenheit

Das wichtigste Organ unseres Körpers ist zweifellos – das Hirn. Oder doch nicht? Angesichts mancherZeitgenossen kommen einem da tatsächlich machmal Zweifel. Aber Spaß beiseite: Ohne ein anderes Körperteil nutzt auch das klügste Gehirn nicht. Die Rede ist vom Herzen. Ohne ein gesundes Herz ist alles nichts. Das gilt schon für Menschen ab 40 – und umso mehr für all jene, die dank moderner Medizin immer älter werden und auf ein gesundes Herz-Kreislauf-System angewiesen sind. Was – trotz eben jener Medizin – gar nicht immer der Fall ist.

Als die häufigste Todesursache in Deutschland – und in den meisten anderen Industrieländern – gelten nicht Krebserkrankungen, sondern die Folgen von Herz- und Kreislauferkrankungen. Da beißt die statistische Realität der Maus keinen Faden ab. Wie seltsam, dass ganz andere Krankheiten im Fokus der Aufmerksamkeit stehen. Programme zur Krebsvorsorge werden auf EU-Ebene angestoßen und umgesetzt. Die Kassen bezahlen Darm- und Brustkrebsscreenings, geplant sind flächendeckende Impfaktionen gegen Gebärmutterhalskrebs. Doch darüber, dass ein regelmäßiges Belastungs-ekg auch für jüngere Menschen sinnvoll ist, wird bei Weitem nicht so laut und intensiv gesprochen.

Fürchten wir die falschen Dinge?

Dabei lohnt es sich wirklich, auf die „Pumpe“ und das Gefäßsystem zu achten. Ein krankes Herz, ein schwaches Herz, das stellt ja zunächst oft gar nicht die eigentliche Gefahr dar. Wer verengte Arterien zulässt, wer das gelegentliche Stolpern in der Brust über Jahre vernachlässigt, wer grundsätzlich den Aufzug nimmt, weil die Treppen immer anstrengen- der werden, setzt sich ganz realen Folgegefahren aus: Angina Pectoris, Schlaganfall, Herzinfarkt.

Wir fürchten uns vor Strahlen aus Handys und Starkstromleitungen. Wir fordern die flächendeckende Einführung von Tempo 30 aus Sicherheitsgründen und Amalgam-Füllungen sind des Teufels. Nur die jährlich über 350.000 Herz- und Kreislauftoten, die ignorieren wir. Zum Vergleich: In Deutschland starben 2012 im Straßenverkehr exakt 3.606 Menschen.

Erstaunlich: Gesund leben hilft

Vielleicht liegt diese Schieflage unserer Wahrnehmung an der Selbstverständlichkeit, mit der wir ein fleißig arbeitendes Organ wie das Herz betrachten. Es schlägt doch! Hat es doch schon immer getan! Mal ehrlich: Wer schon in jungen Jahren den Alltagsdrogen Alkohol und Zigaretten reichlich zuspricht, wer zu viel und vor allem zu fett isst und keinen Sport treibt, der hat mit 40 das Herz eines 60-Jährigen. Oder schlimmer. Obwohl Sie solche Dinge ja wissen, nicht wahr: Wer mit 30 dem Tabak abschwört, holt fast alles an Lebenserwartung wieder auf. Zum Beispiel.

Vielleicht hilft auch die Betrachtung über Bande: Immer mehr Menschen, vor allem junge Menschen, erkranken an dem Diabetes-Typ, der früher auch als „Altersdiabetes“ durchging. Diabetes ist aber eine erstklassige Voraussetzung für schwere Schäden an Herz und Gefäßen. Und sehr oft vermeidbar: Etwa durch gesünderes Essen.

Zuletzt mag die Unbekümmertheit auch an den Möglichkeiten der Medizin liegen. Klar, nach einem Herzinfarkt gibt es eben einen Bypass. Oder einen Stent, das geht auch viel schneller. Und danach wird einfach so weitergelebt. So ist aber die nächste Katastrophe vorprogrammiert. Dass es nicht so weit kommt, dazu wollen wir mit dieser Veröffentlichung beitragen. Kardiologen und Chirurgen können im Ernstfall viel für uns tun. Aber die beste Therapie ist immer noch, es gar nicht so weit kommen zu lassen. Also: Treppe statt Aufzug. Heute mal kein Weinchen, dafür Gemüse. Ihre Gesundheit wird‘s Ihnen danken.

Mike Paßmann 
Chefredakteur

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