Reflex-Verlag

Reflex-Verlag Ausgabe 2013/02

Laufen

Eine Publikation des Reflex Verlages zum Thema Laufen

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Inhaltsindex
  • 3
    Die älteste und beste Sportart der Welt

    Jeder kann laufen? Richtig! Aber Vorbereitung, Ernährung und Technik müssen stimmen.

  • 4
    So werden Wind und Wetter zur Nebensache

    Mit der optimalen Laufbekleidung sportlich aktiv durch den Winter – Funktionswäsche schützt den Körper vorm Auskühlen.

  • 5
    Ohne passendes Schuhwerk läuft nix

    Der Fachhandel bietet eine breite Palette an Laufschuhen. Beratung und Laufanalysen erleichtern die Auswahl im Geschäft.

  • 6
    Praktische Mitläufer

    Ob Minimalist, Technik-Freak oder Sicherheitsfanatiker – für jede Gattung der Läufer gibt es die passenden Extras.

  • 7
    Wenn der Schweinehund das Sofa bewacht

    Jeder Läufer kennt Motivationsprobleme. Doch mit ein paar Strategien lassen sich die inneren Widerstände austricksen.

  • 8
    Immer schön langsam!

    Laufanfänger scheitern oft an ihrer eigenen Ungeduld. Wer sich nicht gleich zu viel zumutet, kann sein Leistungsniveau schnell steigern.

  • 9
    Die individuelle Technik finden

    Per Leistungsdiagnostik lässt sich das eigene Trainingsniveau ermitteln. Aber auch die Technik ist wichtig für einen perfekten Laufstil.

  • 10
    Schmerz lass nach

    Wie Muskelkater entsteht, was die Beschwerden lindert und welche Vorbeugungsmaßnahmen helfen.

  • 11
    Von Krämpfen und Läuferknien

    Laufen birgt eigentlich wenig Risiken. Einige typische Verletzungen gibt es aber schon.

  • 12
    Auf Trab mit gesunder Ernährung

    Gute Kohlenhydrate und ausreichend Flüssigkeitszufuhr entscheiden mit über die Leistung.

  • 13
    Öfter mal entspannen

    Wer Leistung bringen will, muss seinem Körper ausreichend Regeneration gönnen. Und das richtige Duschgel wählen.

  • 13
    Gemeinsames Sporteln für Bürohengste

    Immer mehr Firmen entdecken das Laufen für sich. Es hält die Belegschaft gesund und stärkt den Teamgeist.

  • 14
    Ja, wo laufen sie denn?

    Was einst nur die Harten wagten, ist heute eine Herausforderung für die Massen: der Marathon.

  • 15
    Effektive Trainingsprinzipien

    Die drei Schüssel zum Erfolg.

Editorial

Über die Schwelle und los!

Laufen macht fit, gesund, ausgeglichen und glücklich. Worauf warten wir also noch? Was für die einen unverzichtbares Ritual nach Feierabend, ist für viele dennoch eine Qual. Diese Qual kommt aber nicht so sehr vom Laufen selbst (jeder kann laufen!), sondern meistens von einem altbekannten, behäbigen Tier: dem inneren Schweinehund. Zum ersten Mal zu Beginn des 20. Jahrhunderts von General Kurt von Schleicher geprägt, steht er für den inneren Widerstand, uns von Gewohnheiten loszureißen und uns etwas Anstrengendem hinzugeben. Meist ist der Weg von der Couch bis zur Straße immer noch der längste – wer erst mal in Fahrt ist, kehrt selten um. Trotzdem plagen den ungeübten Jogger Gedanken wie „Die Strecke ist zu lang“ oder „Die Beine tun weh“. Doch Laufen ist wie so vieles nicht nur Beinsache, sondern auch Kopfsache. Belohnt wird, wer durchhält und auch mal das eine oder andere Zwicken erträgt. Immerhin 19,2 Millionen Deutsche laufen gelegentlich oder häufig. Ein männlicher Jogger läuft in der Regel 45 bis 60 Minuten, bei Frauen liegt die durchschnittliche Zeit etwas darunter. Die beste Zeit, um laufen zu gehen, ist sehr individuell. Wer sich aus dem Bett quälen kann, läuft idealerweise aber um 6.30 Uhr, natürlich ohne Frühstück – dann wird ordentlich Fett verbrannt. Der Abnehmfaktor liegt laut Statistiken auf Platz drei der am häufigsten genannten Gründe fürs Hobbylaufen. Auf Platz zwei liegt Stressabbau, und auf dem ersten Platz die Erhaltung der eigenen Fitness. Dabei tummeln sich die meisten am liebsten im Wald und greift durchschnittlich zwei Mal im Jahr in die Tasche, um sich ein neues Paar Laufschuhe zu kaufen.

Laufen ist wie Meditation

Beim Laufen werden nicht nur Fett verbrannt, Glückshormone freigesetzt und zahlreiche Körperfunktionen gestärkt. Viele berichten von regelrechten Bewusstseinsveränderungen. Der Läufer ist – ähnlich wie bei einer Meditation – ganz bei sich und seinem Atem. Er spürt seinen Körper, und die Gedanken kommen von ganz allein in einen eigenständigen Fluss. Selbst größter Alltagsstress löst sich und erscheint als weniger schlimm. Und als Abreaktion von Wut und Ärger eignet sich der eine oder andere dazwischengeschobene Sprint. Wer Arbeitsstress oder private Belastungen als Ausrede gegen das Laufen benutzt, hat nicht erkannt, dass es eben gerade keinen wirkungsvolleren Stresskiller gibt als – Laufen!

Die Geschichte des „Jogging“

Doch warum laufen wir eigentlich? Ganz einfach: Weil wir dazu bestimmt sind. Das war zu Zeiten als Jäger und Sammler so, und daher sollten wir auch heute noch darauf vertrauen, dass es das Natürlichste von der Welt ist, uns auf diese Weise fortzubewegen. Eigentlich recht kurios, dass sich daraus ein Sport entwickelt hat, der sich Jogging nennt (englisch: „to jog“ = trotten) und in Form eines Laufclubs erst 1961 von dem Neuseeländer Arthur Lydiard erfunden wurde. Ihm folgte der Amerikaner Bill Bowerman, der Lydiards Idee in seine Heimat importierte und eine weltweite Jogging-Bewegung startete. Doch auch schon vorher, in den 1950er-Jahren, propagierte der deutsche „Laufdoktor“ Ernst von Aaken den Dauerlauf als tägliches Fitness-Ritual.

Wenn uns diese Fortbewegungsart doch so im Blut zu liegen scheint, warum ist es dann selbst für Profis immer so schwer, sich aufzuraffen? Dafür gibt es eine einfache Erklärung: Der Mensch hat ein Grundbedürfnis, sich vor Stress, Belastungen und Anstrengungen jeglicher Art zu schützen. Doch die Schwelle ist niedriger als viele glauben, und sobald sie überschritten ist, gleiten wir von ganz allein in die uns Menschen ureigene Bewegungsform des Laufens. Die Sorgen fallen ab, die Füße verlieren ihre anfängliche Schwere, der Atem geht gleichmäßiger, der Kopf wird frei. Ein unvergleichliches Gefühl, auf das rund 19 Millionen Deutsche nicht mehr verzichten wollen.

Mike Paßmann
Chefredakteur

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