Reflex-Verlag

Reflex-Verlag Ausgabe 2012/12

Wirbelsäule & Rücken

Eine Sonderveröffentlichung des Reflex Verlages zum Thema Wirbelsäule & Rücken

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Inhaltsindex
  • 3
    Volkskrankheit, aber kein Schicksal

    Rückenleiden sind oft vermeidbar. Entscheidend ist eine rückenfreundliche Lebensweise. Operationen und konservative Maßnahmen helfen bei der Therapie.

  • 4
    OPs, die den Rücken stärken

    Manchmal hilft nur noch operieren. Moderne Verfahren können der Wirbelsäule ihre Stabilität zurückgeben und Nerven von Schmerz befreien.

  • 5
    Hightech für die Wirbelsäule

    Ärzte setzen bei Implantaten der neuesten Generation auf Materialien aus der Raumfahrtindustrie.

  • 6
    Mehr Mobilität mit modernen Implantaten

    Maßgeschneiderte Diagnosen und neue Operationstechniken: Was bei Wirbelsäulenerkrankungen heute möglich ist.

  • 7
    Auf die sanfte Tour

    Wenn der Rücken jede Bewegung mit Schmerzen quittiert, fürchten viele Betroffene eine Operation. Dabei können alternative Heilverfahren helfen.

  • 9
    Rücken stehen pausenlos auf Ergonomie

    Rückengerechte Betten, Sessel und Bürostühle entlasten die Wirbelsäule. Dies minimiert Fehlbelastungen und damit einhergehende Kreuzschmerzen.

  • 10
    Ein beschwerdefreies Leben will gelernt sein

    Nach einer Rückenerkrankungen oder -operation sind die Muskeln dran. In der Rehabilitation trainieren die Betroffenen gezielt das An- und Entspannen.

  • 11
    Ausdifferenzierter Rücken

    Schmerzt der Rücken, kann das viele Ursachen haben. Entsprechend vielfältig und ausdifferenziert sind die Diagnosetechniken.

  • 12
    Es ist doch ein Kreuz mit dem Kreuz!

    Rückenschmerzen haben vielfältige Ursachen. Eins ist sicher: Fast jeder bekommt es im Leben mit der einen oder anderen Form zu tun.

  • 13
    Teamarbeit im Rücken

    Die Wirbelsäule spielt eine tragende Rolle bei der aufrechten Haltung. Doch erst im Zusammenspiel mit Bändern und Muskeln wird der Körper stabilisiert.

  • 14
    Damit die Wirbelsäule nicht am Stock geht

    Sport und Bewegung beugen Rückenschmerzen vor. Nur regelmäßige und dauerhafte Übungen und Trainingseinheiten stärken die Rückenmuskulatur nachhaltig.

  • 15
    Sport, Gemüse und Massagesessel gegen Fehltage

    Eine nachhaltige Betriebliche Gesundheitsvorsorge reduziert Krankheitstage und hebt die Stimmung der Mitarbeiter.

  • 15
    Was Ihre Apotheke für Sie tun kann

    Viele Rückenbeschwerden können medizinisch nicht erklärt werden. In solchen Fällen ist die Ursache meist psychisch.

Editorial

Der  Preis  der  Zivilisation

Eine gängige Definition für die Bedeutung des Wortes „Zivilisationskrankheit“ lautet sinngemäß so: Zivilisationskrankheiten sind Leiden, die Menschen umso öfter und heftiger befallen, je weiter sich ihre jeweilige Kultur von einem als natürlich empfundenen Zustand entfernt. Wohnte man noch in Höhlen und müsste jeden Tag sein Essen mühsam erjagen statt Chips essend vor dem Fernseher zu sitzen, plagten einen weniger Karies, weniger Fehlsichtigkeit und natürlich auch viel seltener diverse Zipperlein des Bewegungsapparates.

So gesehen, sind Rückenprobleme eine echte Zivilisationskrankheit. Wir wollen ja nicht übersehen, dass die Evolution das mit dem aufrechten Gang nicht so gut hinbekommen hat – jedenfalls aus dem Blickwinkel unserer Zivilisation. Wer konnte damit rechnen, damals bei den Australopithecen, dass unsere Wirbelsäule bald hundert Jahre lang halten muss? Noch dazu immer häufiger ohne nennenswerte Stützmuskulatur, Muskeln braucht ja heutzutage keiner mehr.

Keine Schmerzen! Wie machen die das?

Halten wir fest: Rückenschmerzen, sofern nicht durch Verletzungen und Unfälle hervorgerufen, haben zwar komplexe Ursachen, aber die meisten haben mit Verschleißerscheinungen durch eine von der Konstruktionsabteilung nicht vorgesehene Benutzungsdauer zu tun oder rühren von einer sträflichen Vernachlässigung in der Pflege des Materials. Halten wir jedoch ebenfalls fest: Es gibt durchaus Menschen, die sich auch jenseits der Sechzig nicht ständig ächzend

in den Rücken greifen. Es scheint manchen Zeitgenossen möglich zu sein, dem Schreckgespenst Rückenschmerzen auch im Angesicht höchster zivilisatorischer Entwicklung zu entkommen. Die Frage ist nur: Wie machen die das?

Unangenehme Antworten auf schwierige Fragen brauchen manchmal ein wenig Anlauf. Zunächst also der Anlauf: Rückenschmerzen sollte man ernst nehmen. Genauso wie die Menschen, die unter ihnen leiden. Schon ein dauerhaft verspannter Nacken senkt die Lebensqualität extrem, kann sogar zu Migräne führen. Ein eingeklemmter Nerv im Rücken schmerzt nicht nur dort, er kann die Funktionsfähigkeit des ganzen Körpers einschränken. Und wer schon einmal durch einen Hexenschuss schmerzhaft zur Unbeweglichkeit verdammt war, der weiß: Wer unter solcherlei leidet, verdient Anteilnahme und Zuwendung. Aber.

Ein wenig Anstrengung muss sein

Wer unter solcherlei leidet, der muss auch selbst etwas tun. Das gilt vor allem für die Jüngeren unter uns. Also diejenigen, denen nicht einfach die Zahl der überstandenen Lebensjahrzehnte rückenmäßig zu schaffen macht. Vorausgesetzt, wir sind im Grunde gesund, haben etwa keine angeborenen Wirbelsäulendefekte, dann liegt es an uns, wenn wir uns nur mit schmerzverzerrtem Gesicht erheben und die kleine Nichte schon lange nicht mehr auf den Arm nehmen können. Rückenschmerzen, dieser Satz zieht sich durch nicht wenige der Artikel dieser Beilage, sind kein Schicksal. Es ist schwer, gegen sie anzukämpfen, es ist schwer, sie zu vermeiden. Aber sie müssen eben nicht sein.

Dazu muss niemand zum Gesundheits- und Sportfanatiker werden. Es reicht für den Anfang schon ein bewusster Umgang mit dem Körper. Wie heben wir Dinge auf? Wie tragen wir sie? Warum ändern wir nicht öfter die Sitzposition? Oder auch: Was passiert eigentlich beim Stehen, Gehen, Tragen mit dem Rücken und welche Muskeln arbeiten da? Es gibt einfache Übungen für zwischendurch, die entspannen und stärken. Einmal die Woche eine Stunde angeleitetes Training macht nach einiger Zeit vielleicht sogar Spaß. Daran, die Treppe zu benutzen und dabei brav immer zwei Stufen auf einmal zu nehmen – aber langsam! – kann man sich gewöhnen.

Seien wir ehrlich: So richtig neu ist das und alles andere zum Thema Vorbeugung gar nicht. Auch nicht, dass es der innere Schweinehund ist, der uns an der Umsetzung solcher Gesundheitsmaßnahmen hindert. Andererseits fehlt einem inneren Schweinehund jede Zivilisiertheit, ganz im Gegensatz zur Zivilisationstugend Selbstdisziplin... Bekämpfen wir deshalb doch ein Übel der Zivilisation mit einer Errungenschaft derselben!

Mike Paßmann
Chefredakteur

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