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Reflex-Verlag Ausgabe 2012/10

Energie der Zukunft

Eine Sonderveröffentlichung des Reflex Verlages zum Thema Energie der Zukunft

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Inhaltsindex
  • 3
    Energiewende: Packen wir’s an – aber richtig!

    Mit den Erneuerbaren werden Strom und Wärme in Zukunft günstiger. Doch zuvor bedarf es eines schlauen Managements.

  • 4
    Neue Marktsysteme für neuen Strom

    Schwankende Erzeugung bei flexibler Nachfrage – der Energiemarkt muss sich an komplexe Gegebenheiten anpassen.

  • 6
    Sprechende Maschinen sorgen für Effizienz

    M2M-Technologie bringt technische Geräte in Interaktion und macht aus statischen Stromleitungen flexible Netzwerke.

  • 7
    Smart Meter: Neue Verschlüsselungsmethoden

    Im smarten Stromnetz werden Informationen künftig einfach per Mausklick abgerufen. Doch wie steht es mit der Sicherheit?

  • 8
    Energieerzeugung der Zukunft: Klein und dezentral

    Energie wird in Zukunft aus vielen Quellen kommen. Noch ist viel Forschungsarbeit für eine sichere und günstige Versorgung zu leisten.

  • 10
    Energieverbrauch mit smartem Durchblick

    “Smart Homes” ermöglichen dem Endverbraucher die Kontrolle und das Steuern seines Energieverbrauches.

  • 11
    Energieerzeugung – Mach es selbst!

    Immer mehr Unternehmen gehen dazu über, Energie selbst zu produzieren.

  • 12
    Strom wird haltbar gemacht

    Forscher arbeiten an neuen Wegen, damit Wind- und Sonnenenergie auch bei Flaute und bewölktem Himmel verfügbar wird.

  • 14
    Batterien: Die Fast-Alles-Könner

    Batterien sind das Speichermedium der Zukunft. Ihre Möglichkeiten werden gerade erst erforscht.

Editorial

Deutschland braucht Diskussionen – jetzt!

Was wird nicht alles von der Energiewende erwartet: Sie soll das Klima retten und die Welt für unsere Nachfahren ein Stück sauberer und sicherer machen. Sie soll Innovationsträger und Exportmotor für die deutsche Wirtschaft sein und so neue Arbeitsplätze schaffen. Sie soll Deutschland unabhängiger machen von den politisch instabilen Erdöl- und Erdgaslieferanten und die Bürger an den Gewinnen der Stromerzeugung beteiligen. Und bei all dem soll sie natürlich bezahlbar bleiben.

Momentan treibt die Energiewende ihren Skeptikern reichlich Wind in die Segel: ein Umweltminister, der den Ausbau der erneuerbaren Energien angeblich bremst. Windräder, deren „Strom“ auch dann vergütet wird, wenn er mangels Netzanschluss gar nicht produziert wird. Lokal agierende Verkehrsunternehmen und Molkereien, die von der Ökostrom-Umlage des Erneuerbare-Energien-Gesetzes befreit sind, obwohl die Ausnahmeregelung eigentlich dazu gedacht ist, international agierende Unternehmen wettbewerbsfähig zu halten.

Doch all diese Bedenken ändern nichts daran: Erneuerbare Energien sind und bleiben eine Megachance für Deutschland. Die Umstellung von einem atomar-fossilen auf ein regeneratives Energiesystem ist eines der wichtigsten Zukunftsprojekte überhaupt, weil es Klimaschutz und wirtschaftliche Chancen miteinander verbindet. Bei einem Jahrhundertprojekt wie der Energiewende bleiben Wachstumsschmerzen allerdings nicht aus.

Mehr als 25 Prozent, also jede vierte Kilowattstunde, werden Wind, Sonne, Biomasse und andere regenerative Energien am Ende dieses Jahres zum deutschen Strommix beigetragen haben. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) hat ganze Arbeit geleistet. Die in ihm festgeschriebene Preisgarantie für Ökostrom-Produzenten hat einen Boom der sauberen Energien ausgelöst. Das deutsche Gesetz ist zum Exportschlager geworden – viele Länder haben dieses Fördermodell übernommen.

Doch wer heute grünen Strom in das Netz einspeist, bekommt zu jeder Tages- und Nachtzeit die gleiche Vergütung, so sieht es das EEG vor. Warum sollten sich also Investoren finden, die sich die Mühe machen, den Strom aus Erneuerbaren dann einzuspeisen, wenn er wirklich benötigt wird? Stromspeicher, flexible Kraftwerke, ein schlaues Lastmanagement – all diese wichtigen Innovationen rechnen sich erst, wenn am Ende eine entsprechende Rendite herausspringt.

Der Ausweg ist klar: Das Erneuerbare-Energien-Gesetz bedarf einer Runderneuerung, darin sind sich Umweltverbände wie Wirtschaft einig. Wie genau der neue Strommarkt aussehen soll, darüber gehen die Meinungen auseinander. Doch es muss bald entschieden werden. Wenn in zehn Jahren

die letzten Atomkraftwerke vom Netz gehen, wird es eng, sobald Wind und Sonne ihren Dienst versagen. Investitionen in Reservekraftwerke müssen rechtzeitig angeschoben werden. Dafür braucht es jetzt offene Diskussionen. Die Fakten müssen auf den Tisch. Mit dieser Publikation wollen wir einen kleinen Beitrag leisten, Licht auch in die dunklen Ecken des Zukunftsprojekts Energiewende zu bringen.

Michael Gneuss
Chefredakteur

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