Reflex-Verlag

Reflex-Verlag Ausgabe 2012/10

Apotheke

Eine Sonderveröffentlichung des Reflex Verlages zum Thema Apotheke

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Inhaltsindex
  • 3
    Apotheken in turbulenten Zeiten

    Die Honorare stagnieren und dennoch wird bei der Versorgung der Patienten mit Arzneimitteln Großartiges geleistet.

  • 4
    Kooperationen: Stärker im Verbund

    Viele Pharmazeuten sind in Apothekenkooperationen organisiert. Welche Vorteile bringen sie?

  • 5
    Warenlager mit Einspareffekt

    In enger Symbiose sorgen Apotheken und Großhandel für eine schnelle, zuverlässige und kostengünstige Arzneimittelversorgung.

  • 6
    Neuer Schutz vor Betrügern

    Der Handel mit gefälschten Arzneimitteln ist lukrativ. Apotheken arbeiten an einem Sicherheitssystem mit, das 2013 getestet wird.

  • 7
    Weniger Verhandlungsspielraum beim Einkauf

    Deutsche Apotheken müssen seit der letzten Reform finanzielle Abstriche hinnehmen. Einkaufsvorteile im Großhandel schmelzen.

  • 8
    Generika: Sparen ohne Nebenwirkungen

    Generika, Re- und Parallel-Importe versprechen den gleichen Wirkstoff zum kleinen Preis. Worauf Patienten achten müssen.

  • 9
    Mehr Zeit für Gespräche

    Neue Gesetze schaffen mehr Verwaltungsaufwand für Apotheker. Wer die Arbeitsabläufe verbessert, gewinnt Zeit für die Kundschaft.

  • 10
    Phytopharmaka: Mit Pflanzen heilen

    Natürlichkeit und Verträglichkeit sprechen für Arzneien aus pflanzlichen Extrakten.

  • 11
    Für jedes Leiden die richtige Wellenlänge

    Ob bei Depression, Hautleiden oder Rückenschmerzen – Lichtenergie wird immer häufiger zu therapeutischen Zwecken genutzt.

  • 12
    Was Ihre Apotheke für Sie tun kann

    Apothekenleistungen

  • 13
    Essen ohne Nebenwirkungen

    Pharmazeuten sind mehr als Verkäufer von Salben und Tabletten: Durch eine Zusatzqualifikation werden sie zu Ernährungsberatern.

  • 14
    Hausapotheken für eine bessere Versorgung

    Von einer Stammapotheke profitieren Patient und Gesundheitssystem: Das Modell spart Kosten und steigert die Lebensqualität.

  • 15
    Woran erkenne ich eine seriöse Versandapotheke?

    Verbrauchertipps zum sicheren Arzneimittelversandhandel.

Editorial

Präsenz rund um die Uhr

Mehr als 21.000 Apotheken gibt es in Deutschland. Sie werden gut besucht: Vier Millionen Menschen suchen täglich eine Apotheke auf und in der Regel sind sie zufrieden. Die Mitarbeiter sind freundlich und hilfsbereit, sie gehen aktiv auf ihre Kunden zu und liefern einfache sowie verständliche Erklärungen. Diese Tugenden gesteht jedenfalls das Deutsche Institut für Service-Qualität dem Personal zu. Aber auch beim Verbraucher stehen Apotheken hoch im Kurs, das haben Studien mehrfach belegt.

Kein Wunder, so sind zum Beispiel die logistischen Leistungen im Pharmahandel beachtlich. Mehrmals am Tag werden die Apotheken beliefert. Patienten haben eigentlich immer innerhalb von 24 Stunden ihr Medikament. Auch in puncto Kompetenz haben Verbraucher Vertrauen zu den Pharmazeuten und ihren Assistenten. Nicht zu unterschätzen: Saubere und gut strukturierte Verkaufsräume sind die Regel. Schließlich punktet der Arzneimittelhandel auch durch seine Präsenz. Zumindest in Großstädten ist der Weg zur nächsten Apotheke nie weit und dank des Notdienstes sind Medikamente rund um die Uhr zu haben.

Innerhalb des gesamten Gesundheitssystems spielen Apotheken aus diesem Grund eine wichtige Rolle. Für viele kleine Ratschläge ist der Pharmazeut ein bestens geeigneter Ansprechpartner und der Gang zum Arzt lässt sich vermeiden.

Warum überzeugen aber gerade Apotheken in dieser Hinsicht so deutlich? Plausibel erscheint ein Zusammenhang mit dem gesetzlichen „Fremd- und Mehrbesitzverbot“. Eine Apotheke muss zwingend von einem Apotheker als Inhaber geführt werden, und der darf neben seiner Hauptapotheke nicht mehr als drei Filialapotheken führen. So bleibt viel Nähe des Inhaber-Apothekers zum Kunden bestehen, er ist präsent und nimmt Einfluss auf die Kundendienstleistungen seiner Angestellten.

Gäbe es dieses Gesetz nicht, würden kapitalstarke Investoren sicherlich schnell große Ketten von Apotheken aufbauen. Die wären vielleicht betriebswirtschaftlich optimiert, doch ob die persönliche Bindung zum Kunden und die kompetente Beratung bestehen bleiben würden, erscheint fraglich. Nicht jeder Apotheker ist ein brillanter Unternehmer, das Gleiche lässt sich übrigens über Ärzte sagen. Doch die Qualität unseres Gesundheitssystems hängt sicherlich auch daran, dass sich junge Menschen für Heilberufe aus Überzeugung und mit dem Wunsch zu Helfen entscheiden. Nichtsdestotrotz: Ihre Leistungen müssen bezahlt werden. 

Wenn in Deutschland derzeit im Durchschnitt an jedem Werktag eine Apotheke schließt, ist das ein Alarmzeichen. Berliner, Hamburger oder Münchner können das sicherlich schwerer nachvollziehen, als die Bewohner in ländlichen Regionen. Dort kann die Aufgabe einer Apotheke schmerzhaft für die Bevölkerung sein und zu langen Wegen zum Arzneimittelkauf führen.

Zweifelsohne muss sich auch der Arzneimittelhandel dem Wandel der Zeit stellen. Das Internet und der E-Commerce sind heute für Verbraucher zu einer festen und geschätzten Institution geworden. Auch Medikamente werden über den Online-Versandhandel bezogen, das wird auch so bleiben, schon deshalb, weil es viele internetaffine Menschen gibt, die es eben so wollen. Apothekerinnen und Apotheker im weißen Kittel wird es aber hoffentlich weiterhin an möglichst vielen Straßenecken geben.

Michael Gneuss
Chefredakteur

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