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Reflex-Verlag Ausgabe 2012/09

Schienenverkehr der Zukunft

Eine Sonderveröffentlichung des Reflex Verlages zum Thema Schienenverkehr der Zukunft

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Inhaltsindex
  • 3
    Trend: Weg von der Straße, hin zur Schiene

    Steigen mehr Menschen und Unternehmen auf den Zug um, profitiert nicht nur die Umwelt, sondern die gesamte Gesellschaft.

  • 4
    Mit Informationstechnologien auf dem neusten Stand

    Moderne IT ist zwar kostspielig. Doch von ihr profitieren Fahrgäste und Verkehrsbetriebe. Wer investiert, gewinnt.

  • 5
    Nachhaltigkeit: Die Bahn rollt gegen den Klimawandel

    Lediglich ein Bruchteil aller in Deutschland ausgestoßenen Treibhausgase geht auf das Konto des Schienenverkehrs.

  • 6
    Öffentlicher Nahverkehr hat Zukunft

    Regionalbahnen sind umweltfreundlicher als Autos. Sie werden daher künftig eine noch größere Rolle spielen als bisher.

  • 7
    Service im Schienenverkehr: Hohe Qualität

    Bahnunternehmen zertifizieren ihre Produkte und bieten den Kunden Wartungsverträge. Als nächstes könnte die Fernwartung kommen.

  • 8
    Leichter, schneller, edler: Die neuen Züge

    Neue Materialien und verbesserte Informationstechnologie sollen Bahnreisen in Zukunft noch komfortabler machen.

  • 9
    Infrastruktur: Investitionen in die Zukunft

    Mehr Fahrgäste, mehr Güter – der Verkehr auf Schienen boomt. Die Investitionen in die Infrastruktur hinken allerdings hinterher.

  • 10
    Intelligente Züge fahren signalgesteuert

    Innovative Technologien machen die Bahn schneller, sicherer und überwinden die nationalen Unterschiede der Streckennetze.

  • 11
    Tunnelbau: Das Gebirge als Baustoff

    Der Tunnelbau ist eine einzigartige Ingenieurstechnische Leistung. Mit 57 Kilometern Länge wird der Gotthardtunnel Weltrekordhalter.

  • 12
    Sicherheit wird bei der Bahn groß geschrieben

    Zugfahren ist 100-mal sicherer als Autofahren. Kein Verkehrsmittel ist der „Vision Zero“ so nah wie der Schienenverkehr.

  • 13
    E-Tickets: Keine Schalter, keine Warteschlangen

    Mit elektronischen Tickets beginnt eine neue Ära des Fahrkartenkaufes. Fahrgäste freuen sich auf mehr Komfort, Datenschützer sind skeptisch.

  • 14
    Travel Catering: Bewusster Speisen beim Reisen

    Gesunde Lebensmittel liegen im Trend. Das macht sich inzwischen auch beim gastronomischen Angebot auf Schienen bemerkbar.

  • 14
    Travel Service: Reisende legen Wert auf Sauberkeit

    Die Kundenwünsche an die Schienenverkehrsunternehmen sind eindeutig. Doch die Anbieter reagieren schwerfällig.

  • 15
    Messe für Verkehrstechnik: Die Branche trifft sich

    Im September trifft sich die Schienenverkehrsbranche zur Leistungsschau auf der InnoTrans. Das Motto: „The future of mobility“.

Editorial

Megachancen für die Bahn

Der Umstieg auf die Bahn liegt im Trend, sowohl bei Privatpersonen als auch bei Unternehmen – und zwar weltweit. Angesichts der zunehmenden Bedeutung von Megacitys ist eine Mobilität ohne Schienenverkehr nicht denkbar. Gerade Städter verzichten zunehmend auf das eigene Auto. Im Fernverkehr verbessert die Bahn durch mehr Komfort und höhere Geschwindigkeiten ihre Position gegenüber dem Flugzeug. Unternehmen schreiben sich eine klimafreundliche Logistik auf die Fahnen und wechseln nicht zuletzt deshalb oftmals von der Straße auf die Schiene. Denn die Bahn ist nun einmal das umweltfreundlichste motorisierte Verkehrsmittel.

Es gibt keinen Zweifel: Angesichts von Klimawandel, Urbanisierung und Globalisierung stehen dem Schienenverkehr weltweit enorme Wachstumschancen offen. Aus diesen Megatrends resultieren Megachancen gerade für die deutsche Bahnindustrie. Mit rund 49.000 Beschäftigten ist sie in Deutschland so stark vertreten wie in kaum einem anderen Land. Schon im vergangenen Jahr meldeten die hiesigen Bahntechnikhersteller einen Auftragsrekord mit einem Plus von 28 Prozent.

So ist es auch kein Wunder, dass mit der „Innotrans“ eine Welt-Leitmesse am Bahntechnik-Standort Berlin stattfindet. Hier wird gezeigt, was die Branche an Innovationen zu bieten hat. Dabei steht das Thema Energieeffizienz ganz weit oben. Auch wenn die Schiene schon jetzt unter den Verkehrsträgern immense ökologische Vorteile hat, wird emsig daran gearbeitet, die Bahnen mit noch weniger Energieeinsatz betreiben zu können. Gleich danach gehört der Komfort zu den wichtigsten Innovationsthemen. So wollen Bahn-Hersteller und -Betreiber noch mehr Passagiere auf die Schiene locken. Die steigenden Zahlen im Fahrgastaufkommen belegen, dass die Strategie aufgeht. Auf welche Innovationen die Industrie im Einzelnen setzt, beleuchten die Autoren in dieser Ausgabe.

Weiter wachsen wird der Schienenverkehr nur, wenn das Gesamtangebot für Passagiere und Transportfirmen attraktiv ist. Eine herausragende Rolle spielt dabei die ökologische Komponente. Heute sind zuverlässige und kostengünstige, aber auch klimafreundliche Verkehrssysteme gefragt. Klimaschutz ohne die Schiene ist praktisch unmöglich. Denn was Autos, Motorräder und Lkw erst lernen müssen, kann der Zug bereits: 90 Prozent der Verkehrsleistung auf der Schiene werden heute elektrisch vollbracht. Gerade deshalb ist die Bahn das klimafreundlichste motorisierte Verkehrsmittel – und sie wird immer sauberer. In den vergangenen zehn Jahren hat die Bahn die Kohlendioxid-Emissionen sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr um 25 Prozent verringert, das haben Experten des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg errechnet. 2050, so das Ziel des Verbandes der Bahnindustrie (VDB), will der Schienenverkehr sogar komplett CO2-neutral unterwegs sein.

Insgesamt ist der Verkehrssektor in Deutschland für ein Fünftel der Treibhausgasemissionen verantwortlich. 94 Prozent dessen gehen auf das Konto des Straßenverkehrs und nur knapp ein Prozent auf das Konto der Schiene. Würde nur ein weiteres Prozent des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene verlagert, könnte das der Umwelt schon heute jährlich 500.000 Tonnen Kohlendioxid ersparen.

Es bleibt zu hoffen, dass zur Wahrnehmung der immensen Chancen auch die nötigen Investitionen in die Schieneninfrastruktur getätigt werden. Gelingt es nicht, die Mittel dafür zu mobilisieren, würden am Ende vielleicht doch andere, umweltschädlichere Verkehrsträger das Rennen machen.

Michael Gneuss
Chefredakteur

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