Reflex-Verlag

Reflex-Verlag Ausgabe 2012/09

Herz-Kreislauf

Eine Sonderveröffentlichung des Reflex Verlages zum Thema Herz-Kreislauf

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Inhaltsindex
  • 3
    Hier pulsiert das Leben

    Herz-Kreislauferkrankungen sind die häufigste Todesursache in Deutschland. Vieles wäre vermeidbar – aber zum Glück leistet die Medizin Großartiges.

  • 4
    Ist mein Herz in Ordnung?

    Vorsorge ist besser als Nachsorge – mit welchen Hightech-Methoden heutzutage Herz-Kreislauferkrankungen erkannt werden.

  • 5
    So bleiben Patienten und Ärzte stets im Bilde

    Telekardiologie ist eine ergänzende Diagnostik- und Therapiemethode bei Herzerkrankungen. Ist das Herz auffällig, können Ärzte rasch handeln.

  • 6
    Fortschritt im Dienste des Herzens

    Geräte zur Diagnose von Herzerkrankungen sind nichts Neues. Sie stehen jedoch stets auf dem Prüfstand und werden weiterentwickelt.

  • 7
    Wenn das Herz an Pumpkraft verliert

    Herzinsuffizienz ist eine Funktionsstörung des Herzens. Neueste Implantate stärken das Herz und verleihen ihm neue Schlagkraft.

  • 8
    Mechaniker des Herzens

    Gerade rund ums Herz beweist die Medizintechnik ihr Können. Moderne Verfahren retten heute Menschen, die vor wenigen Jahren dem Tod geweiht waren.

  • 10
    Wenn der Blutfluss in den Beinen ins Stocken gerät

    Bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit sind die Gefäße verengt. Liegt ein Verdacht vor, schafft die Dopplerdruckmessung Klarheit.

  • 10
    Ein Raum für den besseren Durchblick

    In modernen Hybrid-Operationssälen arbeiten Chirurgen, Kardiologen und Gefäßexperten zusammen. Durch erstklassige Bildgebung werden Risiken minimiert.

  • 11
    Kleine Teilchen mit großer Wirkung

    Mineral- und Mikronährstoffe spielen im Herz-Kreislauf-System eine wichtige Rolle. Ein Missverhältnis kann den Herzschlag aus dem Takt bringen.

  • 12
    Zurück ins Leben – aber nicht ohne Begleitung!

    Die Wichtigkeit der Nachsorge nach einem Infarkt oder einer Bypass-OP wird oftmals unterschätzt. Dabei kann sie das Leben verlängern.

  • 15
    Jede Minute zählt

    Mehr als 250.000 Menschen erleiden hierzulande jedes Jahr einen Herzinfarkt. Lebensrettende Sofortmaßnahmen erhöhen die Überlebenschancen erheblich.

Editorial

Mein Herz ist rein ... oder?
Hand aufs Herz: Wann haben Sie zuletzt mal an Ihr wichtigstes Organ gedacht? Nein, nicht das Gehirn. Heute soll es um den Motor des Lebens gehen, der in uns allen werkelt: das Herz. Also – alles in Ordnung mit dem Schlagwerk? Freuen Sie sich mal nicht zu früh. Wir wollen ja nicht unken. Aber nur, weil jemand jenseits der 40 ist, heißt das nicht, dass sich nicht schon jetzt Herz- und Kreislaufprobleme ankündigen, die dann ab 50 plus mit Macht das Leben beeinträchtigen.

Das ist leider kein Horrorszenario. Die häufigste Todesursache in Deutschland – und in den meisten anderen Industrieländern – ist nicht Krebs, sondern sind die Folgen von Herz- und Kreislauferkrankungen. Da beißt die statistische Realität der Maus keinen Faden ab. Wie seltsam, dass ganz andere Krankheiten im Fokus der Aufmerksamkeit sind. Programme zur Krebsvorsorge werden auf EU-Ebene angestoßen und umgesetzt. Die Kassen bezahlen Darm- und Brustkrebsscreenings, geplant sind flächendeckende Impfaktionen gegen Gebärmutterhalskrebs. Doch darüber, dass ein regelmäßiges Belastungs-EKG auch für jüngere Menschen sinnvoll ist, wird bei Weitem nicht so laut und intensiv gesprochen.

Risiko ignoriert 
Dabei lohnt es sich wirklich, auf die „Pumpe“ und das Gefäßsystem zu achten. Ein krankes Herz, ein schwaches Herz, das stellt ja zunächst oft gar nicht die eigentliche Gefahr dar. Wer verengte Arterien zulässt, wer das gelegentliche Stolpern in der Brust über Jahre vernachlässigt, wer grundsätzlich den Aufzug nimmt, weil die Treppen immer anstrengender werden, setzt sich ganz realen Gefahren aus: Angina Pectoris, Schlaganfall, Herzinfarkt.

Wir fürchten uns vor Strahlen aus Handys und Starkstromleitungen. Wir fordern die flächendeckende Einführung von Tempo 30 aus Sicherheitsgründen. Amalgam-Füllungen sind des Teufels und schwarze Katzen auf neun Uhr am besten auch. Nur die jährlich über 350.000 Herz- und Kreislauftoten, die ignorieren wir. Zum Vergleich: In Deutschland starben 2011 im Straßenverkehr exakt 4.009 Menschen.

Lebenserwartung aufholen
Vielleicht liegt diese Schieflage unserer Wahrnehmung an der Selbstverständlichkeit, mit der wir mit einem fleißig arbeitenden Organ wie dem Herzen umgehen. Es schlägt doch! Hat es doch schon immer getan! Könnte es aber bald nicht mehr. Dass der Kreislauf im Alter nicht mehr so gut mitmacht, ist klar. Aber mal ehrlich: Wer schon in jungen Jahren den Alltagsdrogen Alkohol und Zigaretten reichlich zuspricht, wer zu viel und vor allem zu fett isst und gar keinen, einfach gar keinen Sport macht, der hat mit 40 das Herz eines 60-Jährigen. Oder schlimmer. Obwohl Sie solche Dinge ja wissen, nicht wahr: Wer mit 30 dem Tabak abschwört, holt fast alles an Lebenserwartung wieder auf. Zum Beispiel.

Vielleicht hilft auch die Betrachtung über Bande: Immer mehr Menschen, vor allem junge Menschen, erkranken an dem Diabetes-Typ, der früher auch als „Altersdiabetes“ durchging. Vorbei die Zeiten. Diabetes ist aber eine erstklassige Voraussetzung für schwere Schäden an Herz und Gefäßen. Und sehr oft vermeidbar: etwa durch gesünderes Essen.

Zuletzt mag die Unbekümmertheit auch an den Möglichkeiten der Medizin liegen. Klar, nach einem Herzinfarkt gibt es eben einen Bypass. Oder einen Stent, das geht auch viel schneller. Und danach wird einfach so weitergelebt. So ist aber die nächste Katastrophe vorprogrammiert. Dass es nicht so weit kommt, dazu wollen wir mit dieser Veröffentlichung beitragen. Bei allem, was Kardiologen und Chirurgen im Fall der Fälle für uns tun können – die beste Therapie ist immer noch, es gar nicht so weit kommen zu lassen. Also: Finger weg von der Aufzugstaste. Heute mal kein Weinchen. Dafür Gemüse. Ihre Gesundheit wird‘s Ihnen danken. Fassen Sie sich ein Herz!

Mike Paßmann
Chefredakteur

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