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Reflex-Verlag Ausgabe 2012/07

Made in Austria

Eine Sonderveröffentlichung des Reflex Verlages zum Thema Made in Austria

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Inhaltsindex
  • 3
    Es brummt leiser aber es brummt

    Aufbauend auf den idealen Standort zwischen Ost und West gelingt es der Wirtschaft, neue Wege und Wachstumsfelder zu besetzen.

  • 4
    Gut behauptet in der Krise

    Für Investitionen ist das Alpenland eine Alternative. Besonders unter dem Aspekt der Diversifikation.

  • 6
    Spezialist bei Wasserkraft

    Bei erneuerbaren Energien stammt mit mehr als 30 Prozent der Löwenanteil aus Wasserkraft.

  • 7
    Österreich als zentraler Standort

    Verkehrsverbindungen und die Nähe zu Osteuropa machen Österreich zu einem attraktiven Platz für Firmenansiedlungen.

  • 8
    Triebsätze für eine starke Wirtschaftsstruktur

    Mit Maßnahmen zur Clusterbildung und zum technologietransfer will Österreich die Industrie in die Zukunft führen.

  • 9
    Technologien „Made in Austria"

    Führende High-Tech-Firmen sind in Österreich beheimatet – nicht zuletzt dank staatlicher Förderung.

  • 10
    Papierindustrie punktet im Export

    In der Wertschöpfung Papier spielt Österreich eine führende Rolle. Marktführer unterhalten große Produktionsstandorte.

  • 11
    Erfolgreich mit Planungskompetenz

    Österreichische Stahlbauunternehmen sind weltweit erfolgreich. Im eigenen Lande ist dagegen ist die Stahlbautechnik wenig verbreitet.

  • 12
    Schienentransport auf dem Vormarsch

    Aufgrund der Lage ist Österreich ein Transitland. Doch der der Güterverkehr ist auch eine Belastung.

  • 13
    Knotenpunkt der Handelswege

    Die Alpenrepublik ist für viele internationale Unternehmen die perfekte Logistikdrehscheibe zwischen Ost und West sowie Nord und Süd.

  • 14
    Tradition und Innovation

    Betriebe, die über Generationen bestehen, zeichnen sich durch hochwertige Produkte und Anpassungsfähigkeit aus.

  • 15
    Hotels mit steigenden Gästezahlen

    90 Prozent der Beherbergungsbetriebe sind Inhabergeführt. Jeder zweite Besucher kommt aus Deutschland.

Editorial

Passt scho!

Gemeinsame Sprache bietet eine Menge Sprengstoff für Missverständnisse. Je nachdem, wo und wie man gerade hört, sind die Interpretationen von Österreichern und Deutschen unterschiedlich. Mehr als allgemein angenommen. Was die einen für gemütlich halten, finden die anderen provinziell, Wiener Charme trifft ungerne auf preußische Disziplin und Pedanterie. Bei der Qualität im lockeren Scherzen und ernsten Blödeln punktet immer Österreich.

ist es Deutsch Deutsch, ist es Österreichisch Deutsch, ist es ein chinesischer Dialekt oder nur ein bayrischer akzent? eine gemeinsame Sprache setzt nicht zwingend ein deutliches gegenseitiges Verständnis voraus. Dabei ist es mehr als erstaunlich, was alles aus 26 Buchstaben entstehen kann. Vor allem bei den südlichen Nachbarn, die als wesentlich phantasievoller und humoriger gelten. Österreichisch Deutsch scheint ein offenes Projekt. Dazöö ma kan Schmäh!

Sicher: Österreich ist das bessere Deutschland. Unsere Nachbarn sind zwar weniger an der zahl, dafür wesentlich effizienter. Ferdinand Piech (Volkswagen,Porsche), Peter Löscher (Siemens), Wolfgang Mayrhuber (Lufthansa) und andere Bosse lassen grüßen. Der bisher erreichte Wohlstand ist beachtlich: Österreich erzielt mittlerweile die dritthöchste Wirtschaftsleistung pro Kopf in Europa. Respekt.

Dieser ökonomische aufstieg ist nach Ansicht österreichischer Wirtschaftsprofessoren mit viel Fleiß und Ehrgeiz von Unternehmern und Mitarbeitern hart errungen worden! Schließlich gibt es zwischen Boden- und Neusiedlersee keine nennenswerten Ölquellen oder Goldminen, die als Startkapital für unendlichen Reichtum herhalten könnten. Österreich hat sein eigenes Wirtschaftswunder erlebt. Wia woin Party!

Gerne wird folgende Geschichte erzählt: als der russische Ministerpräsident Nikita Chruschtschow bei einem Besuch vom österreichischen Bundeskanzler Julius Raab erfahren wollte, wie es das Land nach dem verlorenen Krieg schaffte, wirtschaftlich so schnell aufzusteigen, soll Raab gesagt haben: „Wissen Sie, was das deutsche vom österreichischen Wirtschaftswunder unterscheidet? Das deutsche ist hart errackert. Das österreichische ist wirklich ein Wunder.“ Da Julius hot an leiwandn Schmäh!

Die dritthöchste Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung in der EU ist ein Ausrufezeichen. Damit liegt der Lebensstandard der Österreicher um 30 Prozent über dem EU-Durchschnitt. Ach ja: Der abstand zu den Deutschen beträgt erstaunliche acht Prozent. Ein starkes Stück für eine nation, die nicht gerade als große Wirtschaftsmacht gilt.

Dafür bleiben sie weiterhin beneidenswert locker, ob im Büro oder beim Stadtheurigen. Österreicher fühlen sich in der Freizeit im internationalen Vergleich wenig gestresst.

Nach einer soziologischen Studie der Uni Graz empfinden nur 14 Prozent der Österreicher oft Stress. Die Autoren führen das gute abschneiden unter anderem auf eine ausgeprägte Freizeitinfrastruktur zurück. Aber auch die langen Urlaubszeiten und zahlreichen Feiertage, das niedrige Pensionsantrittsalter sowie die eher niedrige Erwerbsquote von Frauen mit Kindern lassen die Österreicher entspannen. Nur net hudln.

Auf diese Spurensuche sind unterdessen deutsche Arbeitnehmer gegangen. Warum in der Heimat malochen und – wie Österreicher sagen würden – den Bockerlfraß kriegen (bei einer Tätigkeit verrückt werden)? Tatsächlich überschreiten immer mehr deutsche Arbeitnehmer die Grenze gen Süden und jobben in Österreich. Vergessen ist die Schlacht um Königgrätz und die Schmach von Cordoba, als die österreichischen Kicker 1978 die Deutschen mit 3:2 besiegten.

Hoit mi net am Schmäh: Schon lange gehen nicht mehr nur Kellner, Köche und Monteure über die Grenze! Immer mehr Akademiker sind begeistert und lassen sich hier nieder. Attraktive Unternehmen locken mit qualifizierten Arbeitsplätzen und besten Konditionen. Österreich ist zum beliebtesten Zufluchtsort für deutsche Gastarbeiter geworden. Nicht wundern, wenn das Wiener Schnitzel zukünftig vom deutschen Ober serviert wird. Passt scho!

Karl-Heinz Möller 
Chefredakteur

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