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Reflex-Verlag Ausgabe 2012/06

Vernetzte Fahrzeuge

Eine Sonderveröffentlichung des Reflex Verlages zum Thema Vernetzte Fahrzeuge

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Inhaltsindex
  • 4
    Sicheres Netz

    Die Lösung für den drohenden Verkehrsinfarkt liegt in vernetzten Verkehrssystemen. Sie sorgen für Effizienz, Ressourcenschonung – und Sicherheit.

  • 5
    So rollt der Verkehr auch in Zukunft

    Verkehrsleitsysteme und kommunikationsfähige Fahrzeuge bestimmen den Straßenverkehr von morgen. Ziel: Weniger Unfälle und kürzere Staus.

  • 6
    Neue Wege müssen befahren werden

    Mit modernster IT-Technologie verhelfen sich Logistik-Unternehmen zu mehr Transparenz und Effizienz in der Lieferkette.

  • 7
    Sprich mal drüber

    Die Elektromobilität kommt nur dann in Fahrt, wenn die Kommunikation unter den Systemteilnehmern reibungslos klappt.

  • 8
    Kooperation ist alles

    Die Vernetzung von Verkehrsteilnehmern setzt auf bekannte Techniken. Offen ist die Organisationstruktur der Netze. Und eine App gibt‘s auch bald.

  • 10
    Immer schön geradeaus schauen

    Vernetzte Verkehrssysteme sollen die Straßen sicherer machen. Allerdings darf die Technik Fahrer nicht ablenken. Es sei denn, die Autos fahren selbst.

  • 11
    Auf Nummer sicher

    Sicherer Straßenverkehr durch den Einsatz von Telematik – eine Entwicklung, die auch der Versicherungsbranche Möglichkeiten zur profilierung bietet.

  • 12
    Hightech gegen Langeweile

    Filme, Videospiele, Musik, Fernsehen, Internet – immer mehr Fahrzeuge entwickeln sich zu Multimedia-Tempeln auf vier Rädern.

  • 13
    Wenn Autos mit ihrer Umwelt sprechen

    Vernetzte Fahrzeuge werden zum Alleskönner. Sie wissen Energie zu speichern, günstig zu tanken sowie mit Mautsystemen zu kommunizieren.

  • 15
    Glossar – die wichtigsten Begriffe

    Car-to-Car-Kommunikation, Data Floating, Echtzeitdaten, ERP-Systeme, HMI, HUD-Technologie, M-to-M-Kommunikation, RFID, Smart Grid, Telematik, Telemetrie, XFCD (Extended Floating Car Data)

Editorial

Praktisch vernetzt

Praktisch wäre das schon. Wir steigen morgens in unser Auto, sagen ihm, wo wir hinwollen, und widmen uns dem Internet – was wir erst am Ziel beenden. Nach einer Fahrt, komplett ohne Staus und gefährliche Situationen, dafür mit maximaler Treibstoffeffizienz. Unterwegs haben wir auf dem Riesen-Touchscreen, der die Windschutzscheibe ersetzt, E-Mails gecheckt, Informationen über die Umgebung abgerufen oder einen Film geguckt. So wie die Insassen aller anderen Fahrzeuge auch. Damit es zu keinen Zusammenstößen kommt, sorgt ein ausgeklügeltes System für den permanenten Datenaustausch zwischen Verkehrsteilnehmern und der Infrastruktur.

Tolle Science-Fiction. Aber kein Zweifel, das wäre praktisch. Und sicher: Es würde helfen, die drohenden Verkehrsprobleme zu bewältigen. Nicht nur in den Innenstädten zur Rushhour. Bundesweit droht ein extremer Anstieg des Straßenverkehrs, und der muss irgendwie gelenkt werden. Das geht nur, wenn alle mehr Informationen haben und miteinander austauschen. Ein Internet der Straße sozusagen. Ein großes, intelligentes Verkehrssystem. Das es bald geben wird.

Dahinter steckt ein gewaltiger technischer Aufwand. Weltweit arbeiten öffentliche, private und gemischte Konsortien daran, Standards und Normen für die Umsetzung zu entwickeln. Wobei das Problem weniger in der Basistechnik steckt. Die steht – mit WLAN und modernen Mobilfunkstandards. Der Teufel steckt im Design der Systeme. Manch einer sieht schon ein riesiges Peer-to-Peer-Netzwerk über unsere Straßen rollen, in dem jedes Fahrzeug Sammler und Relais von Informationen ist.

Für den einzelnen Otto Normalfahrer sind die praktischen Vorteile leichter vorstellbar. Hinter der Kurve wird‘s rutschig?

Weiß ich, hat mir gerade der Gegenverkehr gefunkt – und zwar automatisch. Um die Ecke biegt ein Radfahrer? Hat dessen Transponder schon längst gemeldet. Schaff ich es noch über die grüne Ampel? Wenn ich die nächsten 200 Meter mit genau 43 km/h fahre, schon. Von überirdisch guten Stauwarnungen und Alternativrouten ganz zu schweigen. Genauso wie von der Wahrscheinlichkeit, dass mein fahrbarer Untersatz in naher Zukunft mit meinem Smartphone eine Symbiose eingeht. Apps machen mir dann das Leben leichter, indem sie die praktischen Sachen aus dem Internet ins Autofahrerleben holen. Genau, meinen Status im Social Web. Aber auch, ob meine Freunde gerade im Stau stehen – und wie ich den vermeide.

Und die Wirtschaft freut es ebenso. Beispiel Logistik: Schon heute könnten sich Pakete quasi selbst verschicken. RFID-Chips machen es möglich. Wenn in Zukunft ein allumfassendes intelligentes Verkehrsnetz steht, kann die Palette dem Lkw sagen, wo er sie hinfahren soll – und der meldet den Palettenverbleib automatisch der Zentrale. Beispiel Carsharing und E-Mobility: Wenn ich mir mit anderen Menschen ein Elektroauto teile, braucht es ein vernetztes System, das mich über Verfügbarkeit und Auflademöglichkeiten informiert und die Abrechnung so bequem wie möglich macht.

Und die Forschung bringt es auch voran! Mittlerweile funktioniert das mit dem Lkw-Maut-System ja. Ein sehr schönes Beispiel für ein vernetztes Verkehrssystem. Wenn wir das hinkriegen, sollten wir als Autotüftlernation auch ganz andere Herausforderungen bewältigen – und abgesehen von der Energiewende nun im Verkehrswesen beweisen, dass deutschen Ingenieuren weiterhin viel einfällt.

Autos, die unter Umständen automatisch bremsen, gibt es ja schon. So richtig allein ist schon heute im Verkehr niemand mehr, der ein Smartphone mit GPS-Modul hat. Die vollvernetzte Zukunft hat schon begonnen. Manchen Menschen macht das Angst. Keine Sorge: Sklaven der Maschinen werden wir nicht werden. Das Netz wird immer unser Diener bleiben. Zu betrachten in einem anderen ScienceFiction-Szenario. In dem Film „I, Robot“ kurvt Will Smith mit einem automatisch fahrenden Auto eindeutig deutschen Designs durch die Tunnel einer Stadt der Zukunft. Sieht prima aus und klappt auch prima, selbst bei Geschwindigkeiten weit jenseits der 200 Stundenkilometer. Doch als es wirklich hart auf hart kommt, nimmt er das Steuer selbst in die Hand. Auch das ist doch wirklich praktisch.

Mike Paßmann 
Chefredakteur


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