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Reflex-Verlag Ausgabe 2012/05

Alternative Investments

Eine Sonderveröffentlichung des Reflex-Verlages zum Thema Alternative Investments

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Inhaltsindex
  • 4
    Imagewandel bei Hedgefonds

    Unabhängig von Kursschwankungen verspricht diese Geldanlage eine konstante und dauerhafte Rendite. Die Risiken sind in der Regel hoch.

  • 5
    Delegieren an Managed Accounts

    Managed Accounts profitieren vom Markt-know-how und den internationalen Netzwerken eines externen Verwalters.

  • 6
    Private Equity auf Erholungskurs

    Dank direkter privater Beteiligungen erhalten junge Firmen eine Chance, die Gründungsphase erfolgreich zu bewältigen und wettbewerbsfähig zu werden.

  • 7
    Steigende Nachfrage bei Rohstoffen

    Investitionen in Rohstoffe tragen zur Portfoliodiversifizierung bei. Dabei sind einige wichtige Grundsätze zu beachten, um Ertragschancen zu optimieren.

  • 8
    Investieren in Infrastrukturprojekte

    In den vergangenen Jahren entwickelten sich Infrastruktur-Fonds von einer Marktnische zu einem interessanten und weithin akzeptierten Anlageprodukt.

  • 10
    Gewinnen mit Energiewende

    Die Energiewende wird vollzogen, auch auf den Finanzmärkten. Geschlossene Fonds, die in regenerative Energien investieren, gewinnen an Beliebtheit.

  • 11
    Immobilienrausch

    Anleger scheuen das Risiko und investieren in Betongold. Gute Objekte sind gefragt, aber rar. Eine Alternative bieten Projektentwicklungen.

  • 13
    Profit aus Währungsschwankungen

    Zehn Prozent der Akteure an den Devisenmärkten sind Anleger, die mit kleinen Investitionen vom großen Geld träumen. Doch das Risiko ist beachtlich.

Editorial

Von Friseuren, Gärtnern und Philanthropen
Eine Publikation wie diese müsste eigentlich mit dem Satz beginnen: Verlasse Dich auf Deinen gesunden Menschenverstand, dann liegst Du bei der Anlage richtig. 
Dem Berater hellseherische Fähigkeiten zutrauen? Dieser Berufsoptimist wird die Rendite zwar auf die Kommastelle exakt vorrechnen. Aber das Ergebnis ist nicht mehr wert als das Blatt Papier, auf dem es steht. Da war nichts los mit der Mathematik und den Formelzauber in der Krise!
Nach Warren Buffet, dem legendären Finanzinvestor aus den USA, sieht das Rezept der Geldanlage ganz einfach aus. Als einer der reichsten Menschen auf diesem Planeten investiert er nur in Dinge, von denen er etwas versteht. Allein das ist schon eine Weisheit für sich! Zur Zunft der Bankexperten äußert sich Buffet entsprechend kritisch: Wer sich nach den Tipps von Brokern richte, könne auch seinen Friseur fragen, ob er einen neuen Haarschnitt empfiehlt.
Also warum nicht alles genauso machen, wie der große Meister aus Nebraska? Nun, um dem genialen Finanzinvestor nachzueifern, gibt es ein kleines Problem. Buffet würde beispielsweise gerne in Deutschland investieren. Aber hier fehle die Größe. Größe? Elefanten müssten es schon sein, sagt er. Ein Kauf unter 20 Milliarden Dollar komme eigentlich nicht infrage!
Damit hat sich die Sache für viele Leser erledigt. Investoren mit weniger finanziellen Möglichkeiten operieren eher mit fünf-, sechs- und siebenstelligen Summen. Für diese Zielgruppe sind vor allem Themen interessant, bei denen Publikumsfonds im Mittelpunkt stehen. Institutionellen stehen für ihre Portefeuilles auch individuelle Beteiligungen wie Private Placements und direkte Einstiege in Unternehmen im Fokus.

Den Frühling für die Saat nutzen
Warum die Anlageklasse der Alternativen Investments in den vergangenen Jahren für viel Furore sorgte, hat aktuelle Ursachen. Ein wesentliches Argument für das große Interesse ist die zeitweise unterdurchschnittliche Performance von Aktien und Anleihen, Stichwort Finanzkrise. Pauschale Betrachtungen sind dabei problematisch und Ausnahmen bestätigen die Regel. Mit Geschick und Können finden Glückspilze in der international großen Auswahl an Aktienwerten, Festverzinslichen und entsprechenden Indizes einige Ausreißer. Ein Bravo dem, der die Topkonstellationen erwischt.
Diese Momente sind oft einer Spezies vorbehalten, die rund um den Globus, nicht selten mit enormem Analyseaufwand, anlegen und über große Geldmengen verfügen, beispielsweise Vermögensverwalter der Family Offices. Auch wenn viele klassische Regeln mit dem Hinweis auf externe Effekte nicht mehr gelten, bleibt gleichwohl eine Regel bestehen: Höhere Renditen beinhalten ein höheres Risiko, bis hin zum Totalverlust! Wer kann in diesen volatilen Zeiten schon Sicherheiten versprechen? Selbst für Staatsanleihen von bisher relativ solide eingestuften Ländern legt niemand seine Hand ins Feuer - außer einigen politisch Motivierten.

Intelligent suchen und reifen lassen
Also raus aus der Zwangsjacke und hinein in die weite Welt der Alternativen Investments! Das Angebot gleicht der derzeitigen frühlingshaften Vielfalt der Natur. Überall wachsen neue Triebe, Knospen gehen auf. Ob auch Früchte geerntet werden, erweist sich erst später. Viel Frust und Frost darf das Wachstum nicht mehr hemmen. Die wichtigste Frage bleibt: Welcher Gärtner hat die besten Gewächse? Sieht man sich die Performance mancher angepriesener Experten in den vergangenen drei Jahren genauer an, wäre der Ertrag aus einer Plantage Primeln nicht schlechter gewesen.
Ein Trend innerhalb der Alternativen Investments sei an dieser Stelle hervorgehoben: Es war nie spannender, in sinnvolle Dinge zu investieren! Nicht nur bei intelligenten Reichen, auch bei den kleineren privaten Anlegern ist die Nachfrage an Investments hoch, die – beispielsweise – in erneuerbare Energien, nachhaltige Projekte und ethische Fonds investieren. Immerhin haben bereits Anleger und Fondsmanager, die zusammen über 20 Prozent des globalen Kapitalvermögens verfügen, die „UN Principles for Responsible Investment“ unterzeichnet,. Sie versprechen mit ihrer Unterschrift, ökologische und soziale Verantwortung explizit in ihrem Kriterienkatalog aufzunehmen. Für Skeptiker mag dies vielleicht nicht mehr als ein Marketinggag sein, aber die vorgegebene Richtung ist zumindest die einzig richtige.
Möge die Zahl derer wachsen, die ihre Alternativen Investments im Geiste von Philanthropen wählen. Zwei goldenen Regeln aus der Schatzkiste von Warren Buffett gelten unabhängig davon. Regel Nummer eins: Verliere niemals Geld. Regel Nummer zwei: Vergiss niemals Regel Nummer eins.

Karl-Heinz Möller 
Chefredakteur

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