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Reflex-Verlag Ausgabe 2011/11

Zukunft Deutschland

Eine Sonderveröffentlichung des Reflex Verlages zum Thema Zukunft Deutschland

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Inhaltsindex
  • 4
    Einfach mal nach vorne schauen

    Katastrophen, wohin man schaut. Sind wir verloren? Nein – Sachverstand, Wirtschaftskraft und Visionen machen uns bereit für die Zukunft.

  • 5
    Auf dem Weg zur Bildungsrepublik Deutschland

    Zukunftsorientierte Bildungs- und Karrieremöglichkeiten sind das Kapital für Wohlstand und Wachstum. Wie sich Deutschland aufstellt.

  • 6
    Fachkräfte bestimmen über Firmenerfolg

    Mangel an qualifizierten Arbeitskräften setzt deutschen Unternehmen zu.
    Firmen müssen bei Mitarbeitersuche neue Wege gehen.

  • 7
    Für ein besseres Klima

    Maßnahmen wie Gesundheitsvorsorge, familienfreundliche Arbeitszeitmodelle und Diversität sind für Chefs lohnenswerte Investitionen.

  • 8
    Wie das Internet zu neuen Fachkräften verhilft

    Qualifizierte Arbeitskräfte finden sich nicht mehr allein per Stellenanzeige.
    Firmen bauen auf E-Recruiting und soziale Netzwerke.

  • 9
    Lebenslanges Lernen als Investition in die Zukunft

    Angesichts steigender Anforderungen der Wissensgesellschaft müssen Arbeitgeber gute Weiterbildungsmaßnahmen anbieten.

  • 10
    Ganz real und digital

    Mobiles Internet und die Vernetzung der Welt führen zu neuen digitalen Geschäftswelten. Doch eine Konstante gibt es: den Menschen.

  • 13
    Weniger Bürokratie dank E-Government

    Mithilfe von IK-Technologien wird die Verwaltung schneller und effizienter. Die Implementierung der Projekte schreitet zügig voran.

  • 14
    Ganz schön schlau

    Die Energie der Zukunft ist dezentral und regenerativ. Nur mit intelligenten Systemen zum Energiemanagement kann die Energiewende gelingen.

Editorial

Große Herausforderungen, große Chancen!

Konjunkturell zeigt sich die deutsche Wirtschaft recht robust. Die Unternehmen wollen auch weiterhin in Deutschland investieren, Kapazitäten aufbauen und neue Stellen schaffen. 

Aber immun gegen eine weltweite Vertrauenskrise ist die deutsche Wirtschaft nicht. Wir beobachten vielmehr eine gehörige Verunsicherung durch die Staatsschuldenkrise und durch die Entwicklungen an den Finanzmärkten. Wie selten zuvor hängt unsere Zukunft von den richtigen wirtschaftspolitischen Weichenstellungen ab. Die drei Kernherausforderungen, die es zu meistern gilt, um Wachstum und Wohlstand in der Zukunft zu sichern, sind dabei: die Staatsfinanzen in Europa, die Energiewende und die demographische Entwicklung.

Die europäische Schuldenkrise hat das Vertrauen in die Stabilität der Eurozone stark angekratzt – und auch die jüngst beschlossenen Lösungswege müssen ihre Tragfähigkeit erst noch unter Beweis stellen. Zugleich dürfen wir die Vorteile der europäischen Einigung nicht aus dem Blick verlieren. Das Herzstück Europas, der Gemeinsame Binnenmarkt, hat Bürgern und Unternehmen neue Chancen eröffnet. Die Gemeinschaftswährung nützt uns in Deutschland in besonderem Maße. Damit diese Vorteile weiterhin Bestand haben, müssen wir aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und die richtigen Weichen stellen.

Damit Vertrauen und Stabilität in der Eurozone schnell wieder wachsen, brauchen wir zunächst kurzfristige Notfallmaßnahmen wie die Eigenkapitalstärkung systemrelevanter Finanzinstitute. Dazu gehört auch, zugesicherte Kredite an Staaten an strikte Auflagen zu knüpfen, die streng kontrolliert werden. Mittelfristig gilt es, verlässliche Euro-Regeln zu schaffen. Ich denke dabei unter anderem an die strikte Verantwortung der einzelnen Mitgliedsstaaten für ihre nationalen Schulden sowie den engen Zusammenhang zwischen Risiko und Haftung – die im ESM vorgesehenen Regeln zur Abwicklung von Staatsinsolvenzen sind insofern richtig. Darüber hinaus sind nationale Schuldenbremsen ein glaubwürdiges Signal für Haushaltskonsolidierung, die in den Verfassungen verankert werden und – auch in Deutschland – automatische Sanktionen beinhalten sollten. Die einzelnen EU-Mitgliedstaaten sind und bleiben indes für die Steigerung ihrer Wettbewerbsfähigkeit selbst verantwortlich.

Neben der Schuldenkrise sind steigende Energie- und Rohstoffpreise zu einem ernsten Risiko für die künftige wirtschaftliche Entwicklung geworden. Die Energiewende in Deutschland macht die Dinge im Zweifel nicht einfacher. Denn der schnellere Verzicht auf Kernkraft kann nur kompensiert werden, wenn regenerative Energien von der Nordsee bis nach Berchtesgaden durchgeleitet werden können. Dazu müssen wir die Akzeptanz in der Bevölkerung für neue Windparks, für hocheffiziente Kraftwerke sowie für Stromleitungen, Energienetze und Speicher, allerdings auch für höhere Strompreise, herstellen. Außerdem: Wer gewährleistet, dass am Ende der Industriestandort Deutschland diese scharfe Energiewende wirklich übersteht und dass wir auch weiterhin sicher und stabil mit Strom versorgt werden? Und brauchen wir nicht auch beim Energiethema einen paneuropäischen Ansatz? Der anzustrebende Energiemix ist zwar die Entscheidung unserer Gesellschaft und damit Entscheidung der Politik. Ein Energieabenteuer aber dürfen wir uns nicht leisten! 

Die demographische Entwicklung, die sich unter anderem in zunehmendem Fachkräftemangel widerspiegelt, wird ebenfalls mehr und mehr zum Hemmschuh. Das Thema Fachkräftesicherung rückt im Unternehmensalltag auf der Agenda immer weiter nach oben. Klar ist: Das heimische Potenzial – insbesondere Arbeitslose, Frauen und Ältere – können und müssen wir noch besser einbeziehen. Aber es ist darüber hinaus nötig, auf mehr Zuwanderung von klugen Köpfen aus dem Ausland zu setzen. Beide Strategien gehören in ein schlüssiges Gesamtkonzept.

Martin Wansleben
Hauptgeschäftsführer DIHK Deutscher Industrie- und Handelskammertag e.V.

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