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Reflex-Verlag Ausgabe 2011/11

Medizintechnologie

Eine Sonderveröffentlichung des Reflex Verlages zum Thema Medizintechnologie

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Inhaltsindex
  • 4
    Technik im Dienste der Gesundheit

    Sie ist ein wesentlicher Baustein der medizinischen Versorgung: Moderner Medizintechnik verdanken wir unsere Gesundheit und ein langes Leben.

  • 5
    Implantate geben Chirurgie innovative Impulse

    Medizintechnologie setzt mit Hightech-Implantaten stetig neue Maßstäbe.
    Sie sind lebensrettend und sorgen für Lebensqualität.

  • 6
    Die Lebensqualität steht im Mittelpunkt

    nebenwirkungen und Folgeerscheinungen reduzieren und ein gutes Gefühl vermitteln – auch das sind aufgaben moderner Diagnostik und Therapie.

  • 7
    Weit weg und doch so nah dran

    In Berlin-Brandenburg arbeiten akteure der Gesundheitswirtschaft zusammen, um medizinischen Fortschritt schnell in die anwendung zu bringen.

  • 8
    Fortschrittsmessungen

    Ohne Diagnostik keine Therapie. Moderne Medizin kommt ohne stetig weiterentwickelte Mess- und Diagnosetechnik nicht aus.

  • 9
    Das Unternehmen Krankenhaus erfindet sich neu

    Durch Prozessoptimierung lassen sich in Kliniken und Praxen wertvolle Einsparpotenziale ausschöpfen – häufig elektronisch.

  • 10
    Von Robotern und endoskopischen Handgelenken

    Im Operationssaal der Zukunft ermöglicht modernste Medizintechnik bessere Planung und Kontrolle des Eingriffs.

  • 11
    Wenn Gelenke Ersatz benötigen

    Knie-, Hüft- und Schulterimplantate bringen neue Bewegungsfreiheit.
    Orthopäden setzen Standard- und Individuallösungen ein.

  • 12
    Dr. med. Computer

    Moderne IT ist aus der Medizintechnik nicht mehr wegzudenken.
    Was gestern nach Science-Fiction klang, ist heute schon wahr.

  • 13
    Für jeden das passende Rezept

    Individualisierte Medizin berücksichtigt spezifische Merkmale des Patienten.
    Ziel ist eine schonende und effiziente Behandlung.

  • 14
    Auf die richtige Wellenlänge kommt es an

    Laser senden stark gebündeltes Licht aus. 1960 auf den Markt gebracht, sind sie heute in vielen Bereichen im Einsatz – auch in der Medizin.

  • 14
    So treffsicher wie möglich gegen den Krebs

    Viel hat sich in der Weiterentwicklung moderner Krebstherapien getan.
    So sind die Verfahren sehr viel präziser als früher.

  • 15
    Homecare

    Homecare bietet für viele Patienten und ältere Menschen ideale Pflegebedingungen. Intelligente Technologien leisten Unterstützung.

Editorial

Zwänge, Perspektiven – und ein Blick ins Tierreich

Der demographische Wandel führt zu einem steigenden Bedarf an effektiver Prävention, Diagnostik und neuen Therapien; doch steht diesem Bedarf ein enges gesundheitsökonomisches Korsett gegenüber. Gerade die Medizintechnologie kann wichtige Beiträge leisten, dieses Dilemma ein Stück weit aufzulösen.

Unsere Ausgangssituation: Die Menschen bleiben länger mobil und autonom, Schlagwort: Ambient Assisted Living (AAL). Doch es ist eben nicht nur der demographische Wandel, der uns vor erhebliche medizinische Herausforderungen stellt, sondern auch die rasante, pandemische Entwicklung häufig wohlstandsbedingter Erkrankungen wie der Adipositas und der damit assoziierten Erkrankungen (Diabetes, orthopädische Probleme, kardiovaskuläre Probleme, Nierenerkrankungen, neurologische Störungen und viele mehr). Hier sind effektive medizintechnisch unterstützende Maßnahmen erforderlich, um eine adäquate Vorbeugung zu ermöglichen, und zwar unter Einbeziehung von Disziplinen wie den Sportwissenschaften und der Rehabilitationsmedizin.

Die Definition von Medizintechnologie muss daher heute sehr weit gefasst werden. Sie reicht von der Herstellung einfacher Verbandsstoffe über chirurgische Geräte, Endoprothesen, elektronische Geräte (EKG, diagnostische Geräte wie MR, CT, PET), aber auch IT-Anwendungen, innovative Interventionsräume (früher der „klassische“ OP) bis hin zu zellulären Implantaten oder auch zur Stammzelltherapie. Was diesen vielversprechenden Ausblick trübt, sind die eingangs angesprochenen ökonomischen Zwänge. Sie bedingen eine Priorisierung in der Medizin, also ein Abwägen, welche Leistungen sich unser Gesundheitssystem überhaupt leisten kann und leisten will. Und genau hier schlägt die Stunde der Medizintechnologie: Wenn es nämlich darum geht, Standardvorgänge in intelligente Technologiebereiche zu verlagern, damit wir die nötigen Ressourcen sichern, um auch künftig in noch innovativere Technologien investieren zu können und damit weiteren medizinischen Fortschritt überhaupt erst zu ermöglichen.

Wie sieht die Zukunft aus? Neben minimalinvasiven bildgestützten Verfahren, die nicht mehr in herkömmlichen OPs durchgeführt werden (Schlagwort: Interventionsraum der Zukunft), kommen neue diagnostische Verfahren zum Einsatz, die ihrerseits neuartige Materialien und Verarbeitungstechniken erforderlich machen. Ein schönes Beispiel für solch eine interessante Entwicklung stammt aus dem Tierreich, abgeleitet aus der Frage, warum der Gecko an glatten Flächen senkrecht oder gar über Kopf laufen kann. Aus den physikalisch-biologischen Gesetzmäßigkeiten, die dieser Fähigkeit zugrunde liegen, wurde eine intelligente Pflasterlösung abgeschaut, die ohne Klebstoff auskommt und einen mehrfachen Einsatz des Pflasters ermöglicht. Damit nicht genug, ermöglicht diese Technologie eine Kombination mit Sensoren, die bislang ungeahnte Möglichkeiten in der nicht-invasiven Diagnostik eröffnen werden.

So – und nur so – wird die Medizintechnologie in Zukunft ganz entscheidend die Überlebensfähigkeit unserer Gesundheitssysteme beeinflussen und eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung sichern. Die Verlagerung gängiger Prozeduren in automatisierte medizintechnische Anwendungen weiter voranzutreiben: Dies gelingt am besten im Verbund. Also idealerweise auf einem Forschungs-Campus, auf dem die besten Köpfe unter den Ärzten, Ingenieuren, Naturwissenschaftlern und anderen Berufsgruppen ihr Wissen einbringen und ständig untereinander austauschen 

Prof. Dr. med. Norbert Gretz 
Direktor des Zentrums für Medizinische Forschung der Universitätsmedizin Mannheim
Direktor des Instituts für Medizintechnologie der Universität Heidelberg und der Hochschule Mannheim

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