Reflex-Verlag

Reflex-Verlag Ausgabe 2011/10

Klimaschutz

Eine Sonderveröffentlichung des Reflex Verlages zum Thema Klimaschutz

+ zurück zur Übersicht Ausgabe-Cover-Bild mit Link zum PDF

Ausgabe als PDF anfordern

PDF bestellen
Inhaltsindex
  • 3
    Grün handeln ist salonfähig – auf allen Ebenen

    Nicht nur die Bundespolitik, sondern auch Kommunen und Unternehmen erkennen, dass sich klimagerechtes Handeln auszahlt.

  • 4
    So kann der Winter kommen

    Fossile Brennstoffe leisten einen großen Beitrag zum energieeffizienten Heizen.
    Optimal ist die Kombination mit erneuerbaren Energien.

  • 6
    Energiefresser stehen zunehmend im Abseits

    Der Handel lockt mit neusten effizienten Haushaltsgeräten.
    Sie schonen die Umwelt und langfristig das Portemonnaie.

  • 7
    Und jetzt für alle!

    Manch Klimabewusstem scheint die Vielfalt an erneuerbaren Energien unübersichtlich. Doch so kompliziert ist es gar nicht.

  • 10
    Industrie investiert in die Zukunft

    Energieintensive Unternehmen arbeiten zunehmend energieeffizienter.
    Innovative Anlagen senken Kosten und schonen die Umwelt.

  • 8
    Mobil und trotzdem grün

    Verkehr und Transport tragen erheblich zu den weltweiten Treibhausemissionen bei. Grüne Techniken ebnen den Weg zur Green Mobility.

  • 10
    Wie Verpackungen an ihrer Ökobilanz feilen

    Verpackungsunternehmen betreiben vermehrt aktiven Klimaschutz – so schützen sie die Umwelt und erhöhen ihre Wettbewerbsfähigkeit.

  • 12
    Klimaschutz in Firmen: bitte nur ernst gemeint

    Auch Unternehmen haben zahlreiche Möglichkeiten, klimafreundlich zu handeln.
    Entscheidend sind Konzepte mit hoher Glaubwürdigkeit.

  • 14
    Strom sparen fängt in der Schule an

    Neue Projekte führen Schüler und Studenten an den Klimaschutz heran – eine Maßnahme, um mehr Fachkräfte auf diesem Gebiet auszubilden.

  • 15
    Wichtige Branchentermine

    Was, Wer, Wo, Wann?
    Über die neuesten Entwicklungen in den Modellregionen können sich Interessenten vor Ort informieren.

  • 15
    Energie fördern

    Energieeffizienz und Zertifizierung: ökologische und ökonomische Motivation.

Editorial

Klimaschutz – Herkulesaufgabe mit wirtschaftlichem Potenzial

Der weltweite Klimawandel macht eine deutliche Verringerung des Kohlendioxidausstoßes nötig: Wir müssen weniger fossile Energieträger wie Kohle, Öl und Gas verbrennen. Doch nicht nur aus Gründen des Klimaschutzes sind Alternativen zwingend. Fossile Energierohstoffe sind endlich, die Folgen vielschichtig. Spürbar steigende Preise haben immense Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum, schwächen Industrie und Verbraucher und schaffen Abhängigkeiten zu Rohstofflieferanten.

Neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien steckt ein großes Potenzial in der Einsparung von Energie durch ihren effizienteren Einsatz. Das kann für Deutschland auf Dauer auch wirtschaftlich Vorteile bringen. Denn deutsche Umwelttechnik ist international sehr gefragt. Wie eine Studie von Roland Berger zeigt, hält Deutschland 30 Prozent des globalen Marktes bei den umweltfreundlichen Energien, bei der Kreislaufwirtschaft 25 und bei der nachhaltigen Mobilität 20 Prozent. Die sechs Leitmärkte der Umwelttechnologie haben ein weltweites Volumen von 1.400 Milliarden Euro und werden bis 2020 auf rund 3.200 Milliarden Euro steigen. Das gilt vor allem auch für das Thema Energieeffizienz. Auch in Deutschland sind die Zuwachsraten der Umwelttechnik-Branche enorm und sollen jährlich um sieben Prozent wachsen, sodass der Umsatz von 150 Milliarden Euro 2005 auf 470 Milliarden Euro bis 2020 steigen wird. Bis 2020 sind in diesem Wirtschaftszweig 1,1 Millionen neue Arbeitsplätze in Deutschland zu erwarten.

Unternehmen können hohe Kosten sparen, indem sie weniger Energie verbrauchen und den Schadstoffausstoß senken. Gerade kleine und mittlere Unternehmen sind auf diesem Gebiet sehr erfolgreich und entwickeln neue Technologien, die energieeffizienter sind und gleichzeitig die Produktivität steigern. Zahlreiche Beispiele zeigen dies. So ermöglicht in der Industrie der Einsatz von Hochtemperatur-Supraleitern eine deutlich schnellere und energiesparendere Erhitzung und Verformung von Metallen. Und viel Zeit und Energie wird gespart, indem Kunststoffe, die zu Formteilen verarbeitet werden, nur noch teilweise und nicht mehr vollständig erhitzt werden.

Auch bei privaten und öffentlichen Gebäuden können durch energetische Sanierung und moderne Technik viel Geld und Kohlendioxid eingespart werden. Gleichzeitig sorgt dies für Aufträge im Handwerk und schafft Arbeitsplätze. Informationskampagnen können dabei helfen, Verbraucher und Kommunen über Einsparpotenziale und Finanzierungsmöglichkeiten zu informieren.

Eine zentrale Bedeutung kommt aber der Nutzung alternativer Energien wie Wind, Biomasse und -gas, Wasserkraft oder Photovoltaik und ihrer technischen Optimierung zu. Deutsche Unternehmen besitzen hier großes Fachwissen und entwickeln immer neue Ideen. Beispielsweise ermöglichen neue Konzentrator-Photovoltaikzellen einen deutlich höheren Wirkungsgrad bei gleichzeitig gesunkenen Herstellungskosten. Ein junges Startup-Unternehmen konnte diese Technik vom Labormuster zur Serienreife entwickeln.

Doch für einen erfolgreichen Klimaschutz reichen technische Innovationen allein nicht aus. Auch das individuelle Verhalten muss sich so ändern, dass Ressourcenschonung „in“ ist und eine erhöhte Effizienz nicht durch eine stärker steigende Nachfrage überkompensiert wird. Der nahezu konstant gebliebene Durchschnittsverbrauch der Autos auf deutschen Straßen ist hier ein deutliches Beispiel: Immens gestiegene Leistung und deutlich höheres Leergewicht haben Einsparungen durch verbesserte Technik aufgezehrt.

Große Einrichtungen können ihre Marktmacht nutzen und bei der Beschaffung auf umwelt- und klimafreundliche Produkte achten. So kaufen zum Beispiel allein die Kirchen schätzungsweise für rund 60 Milliarden Euro im Jahr Güter und Waren ein. Setzen sie dabei stärker auf Nachhaltigkeit, ergibt sich daraus ein enormes Umweltentlastungspotenzial.

Klimaschutz stellt für uns alle eine ganz besondere Aufgabe dar, bietet aber zugleich große wirtschaftliche Chancen. Auch international können wir beweisen, dass Wohlstand und wirtschaftlicher Erfolg mit einer nachhaltigen Entwicklung in Einklang zu bringen sind. 

Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde
Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU)

Ihre Meinung ist uns wichtig:

feedback@reflex-media.net