Reflex-Verlag

Reflex-Verlag Ausgabe 2011/09

Leben mit Krebs

Eine Sonderveröffentlichung des Reflex Verlages zum Thema Leben mit Krebs

+ zurück zur Übersicht Ausgabe-Cover-Bild mit Link zum PDF

Ausgabe als PDF anfordern

PDF bestellen
Inhaltsindex
  • 3
    Berechtigte Zuversicht

    Besiegt ist der Krebs noch nicht. Doch moderne Diagnose- und Therapieverfahren nehmen ihm immer häufiger den Schrecken.

  • 4
    Prävention ist das beste Rezept

    Vorsorge und eine gesunde Lebensweise reduzieren das Krebsrisiko. Rauchen und alkohol stellen größte Gefahren dar.

  • 4
    Vom Ertasten zum genetischen Profil

    Krebsdiagnose ist immer noch eng mit Vorsorge verknüpft. Moderne Diagnoseverfahren beruhen immer häufiger auf modernster Gentechnik.

  • 6
    Kein Grund zum Verzweifeln

    Das Prostatakarzinom ist die häufigste Krebsart bei Männern. Früh erkannt, haben die Betroffenen gute Chancen auf Heilung.

  • 7
    Blick durchs Schlüsselloch

    Minimal-invasive Operationstechniken kommen auch Krebskranken zugute.
    Oft ermöglichen sie organerhaltende Therapien.

  • 8
    Mit geballter Ladung gegen den Krebs

    Die Zielgenauigkeit moderner Strahlentherapien minimiert nebenwirkungen und erhöht die Chancen auf Heilung.

  • 12
    Angriff auf das Immunabwehrzentrum

    Die Lymphknoten arbeiten wie eine Kläranlage, filtern und zerstören Schadstoffe. Bösartige Veränderungen gefährden dieses System.

  • 13
    Mit vereinten Kräften gegen Brustkrebs

    Das Mammakarzinom ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen.
    Im Oktober greifen zahlreiche Events und aktionen das Thema auf.

  • 14
    Der schwere Weg zurück ins Leben

    Wer eine Krebserkrankung überlebt hat, kämpft oft mit körperlichen und seelischen Folgen. Wichtig ist externe Hilfe und viel Geduld.

  • 15
    Durch Netzwerke an einem Strang ziehen

    Zunehmend interdisziplinäre Behandlungsmethoden erfordern eine starke digitale Vernetzung zwischen Ärzten und Kliniken.

Editorial

Krebs – Herausforderung für das deutsche Gesundheitssystem

Derzeit leben in Deutschland 1,5 Millionen Menschen, die in den letzten 5 Jahren an Krebs erkrankt sind oder waren. Jedes Jahr bekommen deutlich mehr als 400.000 weitere Menschen die Diagnose Krebs gestellt. Unsere Gesellschaft ist derzeit nicht adäquat auf die Herausforderungen, die mit der weiteren altersbedingten Zunahme an Krebserkrankungen verbunden sind, vorbereitet.

Optimierung der Krebstherapie heißt, Spitzenleistungen der onkologischen Behandlung dringend Bedürftigen zur Verfügung zu stellen und diese so intelligent abzustufen, damit Krebsbekämpfung über die gesamte Fläche des Landes hinweg effizient wirken kann. Dies setzt eine flächendeckend bessere Struktur voraus, aber eben auch den zielgerechteren Einsatz von Ergebnissen aus der Grundlagenforschung. Vor allem bei der Verzahnung des stationären mit dem ambulanten Sektor haben wir in Deutschland noch Nachholbedarf.

Das Ziel ist eine flächendeckende, qualitätsgesicherte Versorgung und die Sicherstellung von Innovation und Finanzierung in der modernen Krebsmedizin. Aus diesem Grund wurde im Jahr 2008 durch das Bundesministerium für Gesundheit gemeinsam mit der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. und der Deutschen Krebshilfe e.V. der Nationale Krebsplan initiiert. Dort formulierte Ziele zu Prävention, Versorgungstrukturen, der medikamentösen Therapie und zur Patientenorientierung sollen sukzessive umgesetzt und in die onkologische Versorgungslandschaft integriert werden.

Durch die Erstellung von Evidenz-basierten Behandlungsleitlinien zu den verschiedenen Tumorentitäten, die Integration dieser Leitlinien in die Therapie der Patienten in den Versorgungseinrichtungen und die Qualitätsüberprüfung der Onkologischen- und Organkrebszentren durch Zertifizierung wird die Qualität der medizinischen Versorgung in die Fläche gebracht und zunehmend gehoben.

Inzwischen gibt es in Deutschland 211 Darmkrebszentren, 205 Brustkrebszentren, 58 Gynäkologische Krebszentren, 30 Prostatakrebszentren, 20 Pankreaskarzinomzentren, 25 Lungenkrebszentren und 32 Hautkrebszentren, die DKG-zertifiziert sind.

Ebenfalls hohe Bedeutung für die Verbesserung der onkologischen Versorgungslandschaft kommt der Etablierung von klinischen Krebsregistern zu, über deren Datenerhebung Einblicke in die längerfristigen Auswirkungen von therapeutischen Ansätzen gewonnen werden können und damit ihre Anpassung und weitere Entwicklung ermöglicht wird.

Patienten benötigen eine suffizient vernetzte Angebotsstruktur, die sie auffängt und durch den Krankheitsverlauf trägt, an welcher Stelle auch immer der Erstkontakt geschieht. Dazu gehört neben den qualitativ hochwertigen medizinischen Versorgungseinrichtungen ein flächendeckendes psychoonkologisches Beratungsangebot genauso, wie die enge Kooperation mit Rehabilitationskliniken, um eine frühestmögliche Wiedereingliederung in das soziale Umfeld und Berufsleben zu ermöglichen.

Eine übergreifende Organisation der einzelnen Bereiche führt zu organisatorischen und ökonomischen Synergieeffekten bei der Betreuung der Tumorpatienten, die angesichts der begrenzten finanziellen Mittel im deutschen Gesundheitswesen dringend geboten sind.

Prof. Dr. Dr. h.c. Werner Hohenberger 
Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.

Ihre Meinung ist uns wichtig:

feedback@reflex-media.net