Reflex-Verlag

Reflex-Verlag Ausgabe 2011/06

Stadt der Zukunft

Eine Sonderveröffentlichung des Reflex Verlages

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Inhaltsindex
  • 4
    Die Zukunft ist vernetzt, nachhaltig und lebenswert

    Die Urbanisierung schreitet unaufhaltsam voran. Die Stadt der Zukunft steht vor vielen Herausforderungen in Sachen Versorgung, Mobilität und Umweltschutz.

  • 5
    Wie ein Klassiker zum Dauerbrenner wird

    Ökologisch und effizient heizen – hierbei erweist sich Erdgas als eine der Energielösungen der Zukunft.

  • 6
    Sonnenstrom – kombiniert attraktiv

    Fotovoltaik kann den Stromverbrauch Deutschlands nicht decken. Vereint mit anderen techniken kann sie sich für Hausbesitzer aber lohnen.

  • 8
    Die leise Revolution

    Ökologisch handeln, ohne die eigene Mobilität zu gefährden, ist die aufgabe der Mobilitätsanbieter heute. Und es muss nicht immer das auto sein.

  • 9
    Schon heute finanziell fürs Alter vorsorgen

    Immobilien sind eine geeignete alternative zur klassischen Geldanlage. Käufer sollten demografische Faktoren ins Kalkül ziehen.

  • 10
    Das Gebäude der Zukunft hat alles im Blick

    Energie sparen und komfortabel wohnen – bis ins kleinste Detail ausgereifte technologien vernetzen die eigenen vier Wände.

  • 11
    Im Eigenheim optimal fürs Alter gerüstet

    Barrierefreies Wohnen ist die Basis für mehr Sicherheit und Komfort zuhause. neueste technologien und Schick bilden eine Einheit.

  • 12
    Entsorgung und Gewinnung des „blauen Goldes“

    Durch eine weltweite Wasserverknappung und die wachsende Bedeutung als Wirtschaftsfaktor wird aufbereitung immer wichtiger.

  • 13
    Das Ziel klar, alle Wege offen

    Die Energiewende kommt – nach Fukushima aber schneller und mit weniger atomstrom. Der Streit um die Umsetzung hat gerade erst begonnen.

  • 14
    Alles hängt zusammen

    Die Stadt der Zukunft wird vernetzt sein: Ämter, Haushalte, Verkehr, Dienstleister. Und natürlich auch die Menschen selbst...

  • 15
    Immer schön mobil bleiben

    Die digitalen netze der Zukunft machen mobiles arbeiten noch leichter. Und sei es, um einmal abschalten zu können.

  • 15
    Sicher leben in der Stadt der Zukunft

    Von der Überwachungskamera bis zur LED-Straßenlaterne – intelligente technik soll für mehr transparenz und Sicherheit sorgen. 

Editorial

Umbau der Städte – Chancen überwiegen

Städte erleben erkennbar eine Renaissance: als „Standorte“ für Wohnen, Einzelhandel, Kultur und Freizeit, als Arbeitsorte der Kreativ- und Dienstleistungswirtschaft in der Wissensgesellschaft. Dies alles ist Grund genug, die Chancen der Städte für die Zukunft optimistisch zu sehen. Um diese Chancen auch zu nutzen, gilt es, vielfältigen Veränderungen, Umbrüchen und Herausforderungen gerecht zu werden.

Dass der notwendige „Umbau“ der Städte den Anforderungen einer sozialen, ökonomischen, ökologischen und kulturellen Nachhaltigkeit, damit auch der Generationengerechtigkeit folgen muss, ist heute weitgehend unstrittig. Ebenso unabweisbar dürfte sein, dass es hierfür der Kreativität, des Engagements und immenser Finanzmittel bedarf.

Die „Umbauerfordernisse“ sind so vielfältig wie ihre Anlässe. Der demografische Wandel etwa – Stichworte „Bevölkerungsabnahme“, „Alterung“, „Migration“ – und die zunehmende soziale Auffächerung der Gesellschaft machen entsprechende Wohnungsangebote und Wohnformen nötig. Sie erfordern ebenso „neue“ Einrichtungen für Bildung, Betreuung und Gesundheit, zur Förderung „lebenslangen Lernens und Arbeitens“, aber auch für die Integration von Menschen unterschiedlicher sozialer und ethnischer Herkunft.

Welche Potenziale sich mit dem „Umbau“ erschließen lassen, zeigt etwa der wirtschaftliche Strukturwandel: Zwar stehen vielerorts Gewerbegebäude leer. Sie stehen jedoch für neue Nutzungen bereit, zum Beispiel für Einrichtungen der Forschung und Entwicklung, für Dienstleistungen oder auch für neue Wohnformen. Wo Industrie- und Gewerbeflächen brach liegen, werden Folgenutzungen möglich, die für die Stadtquartiere zukunftsbezogene Entwicklungen bedeuten: etwa Wohnungsbau für neue Ansprüche oder quartiersbezogene Freiflächen, die sich günstig auf das Mikroklima und die Lebensqualität auswirken.

Bei dem vielgestaltigen „Umbau“ wird zunehmend auf Prinzipien einer ressourceneffizienten Stadtstruktur gesetzt. Zu nennen sind hier Innenentwicklung, funktionale und bauliche Mischung, verträgliche Dichte, Siedlung an Achsen des öffentlichen Verkehrs (ÖV). Sie werden flankiert von Maßnahmen, die nachhaltigen Verkehr fördern, also etwa dem Ausbau von schienengebundenem ÖV, von Radverkehrsangeboten, Wegenetzen für Fußgänger – unterstützt durch Parkraum-, Verkehrssystem- und Mobilitätsmanagement. Hier liegen realistische Chancen, das Verkehrsverhalten in den Städten zu verändern: mit Nutzung der verschiedenen Stadtverkehrsmittel („Multimodalität“, „Intermodalität“), mit dem Übergang vom Fahrzeugbesitz zur Fahrzeug(be)nutzung (Car-Sharing, Rent-a-Bike).

Auch die derzeitige Diskussion um den Elektroverkehr eröffnet zum Teil Optionen für ein verändertes Verkehrsverhalten. So werden die mutmaßlich steigenden Energiekosten und die damit verbundenen höheren Mobilitätskosten sicherlich auch viele „Routinen“ verändern, etwa mit Blick auf Fahrzeugbesitz, Alltagsorganisation von „Verkehr“ oder auch die Wahl von Wohn- und Tätigkeitsstandorten.

Um diese Entwicklungen zielorientiert und effizient zu beeinflussen, bedarf es integrierter Konzepte der Verkehrs- und der Stadtentwicklung. Sie zu erarbeiten, abzustimmen und umzusetzen, setzt intensive Information und Beteiligung der Akteure aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft voraus. Eine heute allenthalben festzustellende „Strittigkeit“, die sich vermeintlich nur auf Infrastruktur-Großprojekte bezieht, wird zukünftig vielleicht auch vor „smarten“ Infrastrukturen in der unmittelbaren Nachbarschaft nicht Halt machen.

Der Handlungsbedarf, um den „Umbau“ zu bewältigen, neue Ziele („Nachhaltigkeit“) zu berücksichtigen und die Potenziale der Städte auszuschöpfen, ist immens. Die Zukunft der Städte in diesem Sinne zu gestalten, kann nur in gemeinschaftlicher Verantwortung von Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft gelingen – unter Nutzung der Erkenntnisse und Lösungsvorschläge aus den Wissenschaften.

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Klaus J. Beckmann
Wissenschaftlicher Direktor und Institutsleiter, Deutsches Institut für Urbanistik gGmbH

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