Reflex-Verlag

Reflex-Verlag Ausgabe 2011/03

Apotheke

Eine Sonderveröffentlichung des Reflex Verlages

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Inhaltsindex
  • 3
    Paradigmenwechsel bei Apotheken

    Durch neue Gesetze und Öffnung des Marktes stehen die „guten, alten“ Individualapotheken vor wachsenden Herausforderungen.

  • 4
    Apotheken mit vielfältigen Konzepten

    Zwischen den Apotheken herrscht großer Konkurrenzdruck. Um beim Kunden zu punkten, erweitern sie stetig ihre Serviceleistungen.

  • 6
    Apotheken packen vermehrt Päckchen

    Versandapotheken verzeichnen bei rezeptfreien Medikamenten weiterhin Wachstum. Sie kompensieren den Apothekenschwund auf dem Land.

  • 7
    Erste Hilfe für den Kopf

    Was am und im Kopf sitzt, will gepflegt sein. Und wenn der Kopf gar schmerzt, weiß der Apotheker Rat.

  • 7
    Damit das Lächeln strahlend bleibt

    Alles für die Zahnpflege: Vom Interdentalbürstchen bis zum Zahnholz.

  • 8
    Was Ihre Apotheke für Sie tun kann

    Der menschliche Körper ist ein komplexes System und so gibt es viele Bereiche, die in eine Schieflage geraten können.

  • 10
    Schönheit fängt im Mund an

    Der Mund ist das Einfallstor für Krankheiten – Mundhygiene und Prophylaxe sind wichtig für ganzheitliches Wohlbefinden.

  • 10
    Fehlalarm im Immunsystem

    Frühlingszeit heißt Heuschnupfenzeit. Gegen laufende Nasen und juckende Augen gibt es wirksame Helfer – viele rezeptfrei in der Apotheke.

  • 11
    Natürlich aus der Apotheke

    Pflanzliche Arzneimittel erfreuen sich großer Beliebtheit, doch Beratung erfordern auch sie. Apotheker sind die richtige Anlaufstelle.

  • 12
    Der Apotheker als Ernährungscoach

    Was wir essen, beeinflusst unsere Gesundheit. Apotheken bieten nicht nur Nahrungsergänzungsmittel, sondern auch Ernährungsberatung.

  • 13
    Hautapotheken mit gezielter Beratung

    Für jedes Haar und alle Hauttypen das passende Produkt – Patienten bevorzugen zunehmend die Betreuung in der Apotheke.

  • 14
    Erste Hilfe auf Urlaubsreisen

    Montezumas Rache, Mallorca-Akne oder Insektenstiche können den Urlaub ganz schön vermiesen. Die Reiseapotheke sorgt für Linderung.

  • 15
    Gut geschützt die Sonne genießen

    Sonnenbaden ist eine der beliebtesten Beschäftigungen im Urlaub. Die Strahlung kann jedoch der Haut schaden. Wie man sich schützt.

  • 15
    Organspende schenkt Leben

    Apotheker informieren und verteilen Organspendeausweise.

Editorial

Herausforderung und Chancen für Apotheken

Wer erfolgreich Pharmazie studiert hat, der kann sich sicher sein, auf dem Arbeitsmarkt auch in Zukunft gute Chancen zu haben. Das Fach ist vielfältig und interessant. Mit Chemie, Biologie, Pharmakologie und Technologie gehören gleich vier spannende naturwissenschaftliche Disziplinen zum Spektrum der Ausbildung. Ebenso vielfältig sind die Berufsmöglichkeiten. Dennoch werden sich für Apotheker und Apothekerinnen in der nächsten Zeit Veränderungen ergeben.

Am 1. Januar 2011 ist das Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes (AMNOG) in Kraft getreten. Ziel des AMNOG soll es sein, die rasant steigenden Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Krankenkassen einzudämmen. Mit dem Gesetz soll der Weg für mehr Wettbewerb freigemacht und eine neue Balance zwischen Innovation und Bezahlbarkeit von Medikamenten geschaffen werden. Der Zusatznutzen der Medikamente für die Patienten soll künftig den Preis der Medikamente bestimmen. Bei diesem Gesetz geht es für die Apotheken aber um weit mehr als ums Geld. Neue Rabattverträge, Aut-idem-Regelung und Packungsgrößenverordnung sind drei Schlagworte, die die gegenwärtige und zukünftige Situation der Apotheker prägen. Dazu kommt, dass der Wandel, die Veränderungen im Apothekenmarkt rasant zunehmen.

Seit 2004, mit der Einführung des Versandhandels und der Freigabe der OTC-Preise, gewinnt der Wettbewerb immer mehr an Bedeutung. Internet, Gesundheitsinformationen aus dem Web, Apps von Arzneimittelherstellern oder Preisvergleiche per Mobiltelefon werden zukünftig neben der Arzneimittelinformation in der Apotheke genutzt. Nach wie vor sind die Vor-Ort-Apotheken auch in Zukunft eine tragende Säule in einem leistungsfähigen Gesundheitssystem. Die Apotheker und Apothekerinnen müssen aber den Wettbewerb annehmen und sich positionieren. Das, was den freien Heilberuf Apotheker ausmacht, ist das Erbringen ideeller, persönlicher, eigenverantwortlicher Leistungen, bei denen nicht das Gewinnstreben, sondern das Patientenwohl an erster Stelle steht. Apotheker und Apothekerinnen sind keine Händler pharmazeutischer Produkte, sondern sie bieten dem Patienten Problemlösungen bei seiner Arzneimitteltherapie und erbringen diese Leistungen persönlich, eigenverantwortlich und in beruflicher Entscheidungsfreiheit.

Das ist der Grund für das hohe Vertrauen und die große Anerkennung, die sie in der Bevölkerung genießen. Um das zu erhalten müssen die pharmazeutischen Beratungsleistungen ausgebaut, optimiert und auch überprüft werden. Apotheker und Apothekerinnen bringen durch ihre Ausbildung beste Voraussetzungen mit, um sich an strukturierten Maßnahmen und Initiativen im Bereich der Prävention und Gesundheitsförderung zu beteiligen.

Die Präventionsberatung in allen Altersstufen, besonders aber bei Kindern und alten Menschen, wird wegen der hohen Kosten im Gesundheitswesen einen immer größeren Platz im Apothekenalltag einnehmen. Gerade für ältere Menschen mit chronischen Erkrankungen ist der persönliche Kontakt, verbunden mit einer individuellen, fachkundigen und vor allem verständlichen Beratung von großer Bedeutung.

Das ist eine zentrale Herausforderung für die Apotheken vor dem Hintergrund der sich stets verändernden Gesellschaft im demografischen Wandel. Deshalb ist es notwendig, die freiberuflich geführte Vor-Ort-Apotheke mit ihren besonderen pharmazeutischen Leistungen zu erhalten und zu stärken. Dieses Ziel darf aber nicht auf zu bürokratischem Weg verfolgt werden.

Den Apothekern und Apothekerinnen muss ausreichend Spielraum gegeben werden, um auf die individuelle Situation des Patienten einzugehen. Das Management dieser Herausforderungen wird nicht leicht werden, aber es lohnt sich im Interesse der Patienten und der Gesellschaft.

Karen Nieber
Professorin für Pharmakologie am Institut für Pharmazie, Universität Leipzig und Vorsitzende des Deutschen Pharmazeutinnen Verbandes

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