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Reflex-Verlag Ausgabe 2011/03

Alternative Investments

Eine Sonderveröffentlichung des Reflex Verlages

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Inhaltsindex
  • 3
    Depot absichern mit Alternativen

    Nach der Finanzkrise ist vor der Finanzkrise. Wo Geld allemal sicher ist, und wo es Rendite bringt? Möglicherweise bei den Alternativen Investments!

  • 4
    Renaissance für Private Equity

    Lange Zeit lag das Segment Private Equity am Boden. Mit der guten Konjunktur kommt wieder neuer Schwung in die Branche.

  • 5
    Rohstoffhype nimmt kein Ende

    Werden Lebensmittel, Energie oder Edelmetalle teurer, ärgert das den Verbraucher. Anleger können jedoch gewinnen.

  • 6
    Fonds als Vehikel für Investments

    Wer Alternativen zu Aktien sucht, ist mit von Portfolio-Managern gesteuerten Fonds gut beraten. Geringe Beiträge reichen für ein Engagement.

  • 7
    Geschlossene Immobilien-Fonds

    Investitionen in Sachwerte wie Immobilien sind eine Antwort auf Inflation und Krise. Geschlossene Fonds dienen als solides Vehikel.

  • 8
    Wie Infrastrukturfonds funktionieren

    Ohne intakte Infrastruktur sind Volkswirtschaften nicht erfolgreich. Die hohen Investitionsvolumen sind vom Staat allein nicht zu stemmen.

  • 9
    Waldfonds dienen der Diversifikation

    Mit den richtigen Investitionen fahren Anleger nicht nur Rendite ein, sondern schützen auch die Natur.

  • 10
    Investments in die Infrastruktur

    Mit dem Staat als Partner Wachstum generieren.

  • 11
    Investieren in nachhaltige Assets

    Die aktuellen Vorfälle in den Atomkraftwerken Japans und die zu beobachtenden Klimaveränderungen führen zu einem Umdenken bei Anlegern.

  • 12
    Hedgefonds sind keine Heuschrecken

    Mit geringem Personaleinsatz erwirtschaften Hedge-Fonds höhere Gewinne als sechs Großbanken zusammen. Was sie anders machen.

  • 13
    Inflation im Fokus der Berater

    Kaum war die Verunsicherung durch die Finanzkrise verflogen, bangen Vermögensverwalter erneut um die Sicherheit ihrer Portfolios.

  • 14
    Zweitmarkt Lebensversicherungen lebt

    Nach dem Krisenjahr 2009 steigt der Umsatz auf dem deutschen Zweitmarkt für Lebenspolicen. Wo die Chancen für Anleger liegen.

  • 15
    Wirtschaftsboom in Schwellenländern

    Die gute Konjunktur der Emerging Markets erweist sich als ein Bumerang. Inflationssorgen belasten den Aufschwung.

Editorial

An Alternativen Investments führt kein Weg vorbei

Im Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit in Deutschland sind sie nach wie vor nicht angekommen; sie führen quasi einen Dornröschenschlaf: Alternative Anlageklassen und -strategien wie Hedgefonds, Private Equity, Rohstoffe, Infrastruktur, oder Cleantech. Im Portfolio deutscher institutioneller Investoren finden sich bislang überwiegend traditionelle Anlageformen wie Staatsanleihen, Pfandbriefe, Darlehen und sonstige Rentenpapiere. Diese haben bei deutschen Lebensversicherungsunternehmen im Gesamtportfolio im Durchschnitt einen Anteil von bis zu 75 Prozent. Das Investitionsverhalten institutioneller Investoren konzentriert sich dabei im Wesentlichen auf so genannte Long-Only-Positionen, also dem mittelfristigen oder langfristigen Erwerb von Titeln. Mit einem solchen wenig komplexen Asset-Management lassen sich gute Renditen überwiegend nur in steigenden Märkten erzielen.

Die Finanzkrise hat allerdings mehr als deutlich gemacht, dass eine Anlagestrategie nur dann erfolgreich sein kann, wenn zum einen dem Grundsatz der Diversifikation, also die Streuung der Anlage über unterschiedliche Anlagegegenstände und Assetklassen, zum anderen Parametern wie Korrelation, Volatilität und vor allem dem Rendite-Risikoprofil der einzelnen Anlagegegenstände Rechnung getragen wird. Vor allem ist deutlich geworden, dass Staatsanleihen keine risikolose Anlageform sind und dass sich mit ihnen keine adäquaten Renditen erwirtschaften lassen. Nicht ohne Grund erfolgte erst kürzlich die Absenkung des Garantiezinses der Versicherungswirtschaft auf nunmehr 1,75 %.

Für institutionelle Investoren wie Versicherungsunternehmen, Pensionskassen, oder Versorgungswerke ist es also wichtiger denn je, sich intensiver mit alternativen Anlageklassen und – strategien zu befassen. Denn die Beimischung von Alternativen Investments in traditionell ausgerichteten Portfolios hat für Investoren den Vorteil, dass dadurch die Volatilität, also die Schwankungsbreite des Portfolio-Vermögens, sinkt, der Diversifikationsgrad zunimmt und gleichzeitig eine Steigerung des Gesamtertrags möglich ist. Darüber hinaus tragen Alternative Investments zur Steigerung der Effizienz der Finanzmärkte bei und fungieren als Kapitalgeber für (nicht-)börsennotierte Unternehmen oder auch im Infrastrukturbereich, wo Gelder immer häufiger nicht von der öffentlichen Hand aufgebracht werden können bzw. der Steuerzahler entlastet werden soll.

Gerade deshalb ist es auch wichtig, dass der Zugang zu Alternativen Investments für Investoren aufsichtsrechtlich nicht unangemessen erschwert wird. Das Gegenteil ist aber häufig der Fall. Die Solvency-II Richtlinie für Versicherungsunternehmen zum Beispiel befreit Staatsanleihen wegen ihrer vermeintlichen Risikolosigkeit als einzige Anlageklasse von der Eigenmittelunterlegung, während andere Anlagen, insbesondere in Alternative Investments, mit erheblichen Eigenmitteln zu unterlegen sind. Diese werden dadurch aus Investorensicht gegenüber Staatsanleihen teurer und damit unattraktiver. Konsequenz ist eine – staatlich angeordnete – Fehlallokation.

Richtig ist natürlich, dass Anlagen in Alternative Investments mit einem sorgfältigen Auswahlprozess, der sog. Due Diligence, als auch mit einem fortdauernden adäquaten Risikomanagement einhergehen müssen, insbesondere da bei manchen Strategien eingesetzte Techniken und Instrumente ein besonderes Risikomanagement und Monitoring benötigen. Richtig ist ebenso, dass die Anbieterseite selbst einer adäquaten Regulierung unterliegen muss. Hier ist auf europäischer Ebene die AIFM-Richtlinie zu nennen, mit der ein umfassendes aufsichtliches Regelwerk für diese Marktteilnehmer geschaffen wurde.

Vorbehalte gegenüber Alternativen Investments sollten also spätestens jetzt aufgegeben werden. Vor allem ist es an der Zeit, einen Schlussstrich unter die leidige „Heuschrecken-Debatte“ zu ziehen, die zum Teil auf Missverständnissen in der Öffentlichkeit bzw. Politik beruhte, zum Teil aber auch auf unzureichender Transparenz der Branche. In der Zwischenzeit hat es für alle Beteiligten einen Lernprozess gegeben. Ein verbessertes Verständnis von alternativen Anlageklassen und -strategien ist elementare Voraussetzung in diesem Prozess, der vom Bundesverband Alternative Investments e.V. (BAI) aktiv vorangetrieben wird. Die gesamte Alternative Investments Branche hat in der Vergangenheit ihr Potential und ihre Berechtigung bewiesen. Daran ändert auch die gegenwärtige Finanz- und Wirtschaftskrise nichts. Denn diese hat ihren Ursprung gerade nicht im Umfeld der Alternativen Investments, was auch von anerkannten (inter-)nationalen Aufsichtsgremien ausdrücklich festgestellt wurde. Es ist also an der Zeit, den Dornröschenschlaf der Alternativen Investments in Deutschland zu beenden.

Erfahren Sie mehr über Alternative Investments auf der bedeutendsten AI-Konferenz im deutschsprachigen Raum, der BAI Alternative Investor Conference, am 5. und 6. April in der IHK Frankfurt. Ein hochkarätiges Programm erwartet Sie!

Frank Dornseifer
Geschäftsführer Bundesverband Alternative Investments e.V. (BAI)

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