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Reflex-Verlag Ausgabe 2011/02

Leben mit Krebs

Eine Sonderveröffentlichung des Reflex Verlages

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Inhaltsindex
  • 3
    Nicht besiegt – und doch besiegbar

    Immer noch erkranken in Deutschland jedes Jahr fast eine halbe Million Menschen an Krebs – Tendenz steigend. Dennoch ist der Kampf gegen die Krankheit nicht aussichtslos. Auch der Weltkrebstag am heutigen 4. Februar sorgt für Aufklärung.

  • 4
    Meilensteine der Krebsgeschichte

    Krebs ist eine Zivilisationskrankheit und doch schon so alt wie die Menschheit. Im Lauf der Zeit haben Ärzte und Forscher viele Rätsel entschlüsselt und immer neue Kapitel in der Medizingeschichte aufgeschlagen.

  • 5
    Präventiv handeln ist das beste Rezept

    Aktiv gegen Krebs vorbeugen: Gesunde Lebensweise und gezielte Vorsorge minimieren das Risiko erheblich.

  • 6
    Typisch Mann: Die Prostata

    Lange Zeit galt die vollständige Entfernung der Prostata trotz gravierender Nebenwirkungen als einzige erfolgreiche Behandlungsmethode bei Prostatakrebs. Mittlerweile aber steht mit der Brachytherapie ein hochmodernes Verfahren zur Verfügung, das schonend und effektiv zugleich ist.

  • 8
    Darmkrebs: Vermeidbarer Killer

    Darmkrebs tötet jedes Jahr fast 30.000 Deutsche. Dabei hätten Betroffene beste Heilungsaussichten – vorausgesetzt, sie gehen rechtzeitig zur Vorsorge.

  • 8
    Schockdiagnose Brustkrebs

    Brustkrebs ist die häufigste Tumorerkrankung bei Frauen. Frühzeitig erkannt, sind die Chancen wieder gesund zu werden jedoch groß.

  • 9
    Dem Krebs den Kampf ansagen

    Klassische Methoden der „Chemo“ werden in der Krebsbehandlung nach wie vor angewendet. Durch ihre Optimierung wirken sie heute zielgerichteter.

  • 10
    Die Zeit nach dem Krebs

    Mit der Heilung ist eine Krebserkrankung noch nicht ausgestanden – eine gute Nachsorge ist ein unverzichtbarer Schritt auf dem Weg in ein neues Leben.

  • 10
    Mit Palliativmedizin Schmerzen lindern

    Palliativstationen und Hospize leisten eine umfassende Betreuung für schwer erkrankte Patienten.

  • 11
    Zukunft: Impfstoffe gegen Tumore?

    Der Fortschritt macht auch vor der Krebsmedizin nicht Halt. Neue Medikamente gehen zielgerichtet gegen Tumore vor. Und auch ein alter Bekannter zeigt Potenzial.

Editorial

Aufbruchsstimmung

Warum teilt sich eine Zelle scheinbar plötzlich unkontrolliert? Was bringt sie dazu, große Geschwülste auszubilden, in das umliegende Gewebe zu wachsen? Wie schafft sie es, ein eigenes Blutversorgungssystem zu bilden? Welche Viren lösen Krebs aus? Wie unterscheidet sich das Genom einer Krebszelle von einer gesunden Zelle? Wie antwortet das Immunsystem auf einen entstehenden Tumor? Welche Zellen im Fettgewebe von übergewichtigen Menschen lösen Krebs aus? Welche Anzeichen können Boten für eine entstehende Krebserkrankung sein? Kann ich mit Sport Krebs vorbeugen? Viele lebenswichtige Fragen beschäftigen uns alle, wenn wir uns mit dem Thema Krebs auseinander setzen. Die molekulare Krebsforschung hat in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht. Sie hält erste, zum Teil auch schon detaillierte Antworten auf viele dieser Fragen bereit.

Teilweise galoppieren unsere Fortschritte in der Grundlagenforschung sogar denen in der Behandlung davon. Die strategische Herausforderung besteht darin, auf zellulärer Ebene ermittelte Ergebnisse in für den Patienten nützliche Ergebnisse; neue Behandlungsmethoden, Medikamente oder kombinierte Therapien zu übersetzen. Deshalb ist es wichtig, Strukturen zu schaffen, die sicherstellen, dass das Labor näher an das Krankenbett rückt. Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen in Heidelberg ist ein wichtiger Baustein in diesem Vorhaben, wie auch andere Spitzenzentren der angewandten Krebsforschung, die zum Beispiel durch die Deutsche Krebshilfe und vom Bundesministerium für Forschung im Nationalen Konsortium für Translationale Krebsforschung in Anfängen gefördert werden.

Bei 450.000 Patienten wird jedes Jahr in Deutschland eine Krebserkrankung erstmals diagnostiziert. Mehr als die Hälfte dieser Krebspatienten wird geheilt, weil der früh entdeckte lokal begrenzte Tumor sich chirurgisch entfernen lässt. Viele neue diagnostische und therapeutische Ansätze erzeugen die Hoffnung, dass auch für viele der heute noch nicht heilbaren Erkrankungsstadien Krebs seinen Schrecken verliert und zu einer behandelbaren chronischen Krankheit wird.

Insbesondere auf dem Gebiet der Diagnostik bringt die Hightech-Medizin hier genauere Bilder als noch vor Jahren. Viel feiner ist der Blick in den Körper geworden und die Tumoren und kleine Absiedelungen können viel besser entdeckt werden. So weiß der Chirurg genau, wo er sein Skalpell ansetzen muss. Computernavigation lässt Ärzte um die Ecke denken, sehen und auch operieren. Der Trend zu hochtechnisierten, schonenden Behandlungsverfahren wird sich fortsetzen.

Große Aufbruchsstimmung wird besonders genährt von der Aussicht, in naher Zukunft die genetischen Störungen im Tumor zu verstehen und zu behandeln. Weltweit arbeiten Wissenschaftler in 22 Ländern daran, Krebsgenome bei 50 Krebsarten systematisch zu kartographieren. Sie erhoffen sich Ansatzpunkte für zielgerichtete, nebenwirkungsarme Therapien. Jeder einzelne Patient könnte in vorhersehbarer Zukunft von einer solchen Genanalyse seiner eigenen Krebszellen profitieren, möglicherweise schon innerhalb der nächsten fünf Jahre.

Die Krebsmedizin der Zukunft wird große Fortschritte im Sinne des Patienten machen, wenn Sie interdisziplinär und translational ausgerichtet ist. Krebs heilbar zu machen oder ihn zumindest als eine erträgliche chronische Krankheit zu beherrschen, ist nicht nur eine vage Hoffnung, sondern eine zunehmend realistischere Aussicht für viele Patienten.

Über das nationale Centrum für tumorerkrankungen (nCt) Heidelberg: Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg ist eine gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums, des Universitätsklinikums Heidelberg, der Thoraxklinik Heidelberg und der Deutschen Krebshilfe. Ziel des NCT ist die Verknüpfung von vielversprechenden Ansätzen aus der Krebsforschung mit der Versorgung der Patienten von der Diagnose über die Behandlung, die Nachsorge sowie die Prävention.

Prof. Dr. Christof von Kalle
Sprecher des Direktoriums: Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg

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